Bensheim

Freundeskreis Pfaffenheim Tagesfahrt führte den Gronauer Verein nach Frankreich / Festungsanlage besichtigt

Kontrastprogramm im Elsass

Archivartikel

Gronau.Einen Ausflug in die deutsch-französische Geschichte unternahm der Freundeskreis Gronau-Pfaffenheim mit seiner diesjährigen Tagesfahrt in das Elsass. Es war eine ebenso unterhaltsame und entspannende wie auch eine informative und nachdenklich stimmende Reise.

Denn Freundschaftsvereine wollen neben der europäischen Kontaktpflege auch dazu beitragen, den Frieden zwischen den Nationen zu sichern, so Vorsitzender Peter Jenal. Um dies bewusst zu machen, bedarf es der Erinnerung und das führte den Freundeskreis diesmal in eines der Gebiete, das von schwersten Kämpfen der kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Deutschland und Frankreich geprägt wurde – ins Elsass.

Auch war es das besondere Schicksal der Elsässer, dass sie zwischen 1870 und 1945 viermal ihre Staatsangehörigkeit wechseln mussten. Die Ängste der beiderseits des Rheins lebenden Bevölkerung spiegeln sich im Bau gigantischer Festungsanlagen, zu denen auch die Festung Schoenenbourg, nahe der deutsch-französischen Grenze, gehört. Das im Originalzustand erhaltene und noch vollständig eingerichtete Fort war erstes Ziel der Gronauer Reisegruppe.

Teil der Maginotlinie

Die Anlage ist Teil der Maginotlinie, ein aus Bunkern bestehendes Verteidigungssystem entlang der französischen Grenze zu Belgien, Luxemburg, Deutschland und Italien – benannt nach dem französischen Verteidigungsminister André Maginot. Oberirdisch sind von der Anlage lediglich die mächtigen Geschütztürme und Kampfbunker zu sehen.

Das Leben der bis zu 630 Soldaten spielte sich in rund 30 Meter Tiefe ab. Auf einer Länge von etwa drei Kilometern war eine Kaserne mit Schlaf- und Waschräumen, Lazarett, Kraftwerk und einer Küche zu besichtigen, die eindrucksvoll einen Einblick in den damaligen Alltag der Soldaten ermöglichen. Dabei beschränkte sich die fachkundige Führung nicht nur auf die Daten und Fakten zum Bauwerk, sondern vermittelte auch die psychischen und physischen Belastungen, denen die Soldaten ausgesetzt waren.

So schlugen über 3000 Bomben und zum Teil über eine Tonne schwere Granaten auf das Fort, allerdings ohne die Waffen zu beschädigen. Allein aus den Geschütztürmen wurden 17 000 Granaten auf die Gegenseite verschossen.

Mit einem teilweise beklemmenden Gefühl kam die Gruppe wieder an die Oberfläche und zurück in die Gegenwart, die noch einen angenehmen Teil der Reise bereithielt. Das Kontrastprogramm führte nach dem Mittagessen in das wenige Meter vom „Deutschen Weintor“ gelegene Wissembourg, das den Gronauern sowohl auf dem größeren als auch auf dem kleineren Rundgang seinen romantischen Charakter offenbarte.

Es ging durch malerische, mit Türmen beziehungsweise Glockentürmen gezierte Gassen, zur Abtei Saints Pierre-et-Paul, zum Salzhaus, vorbei an Patrizierhäusern sowie entlang der Stadtmauer und der Lauter. Wie Peter Jenal in seinem Resümee dieses Tagesausfluges feststellte, war jedem Teilnehmer bewusst, dass diese Region als eines der Herzstücke des deutsch-französischen Zusammenschlusses angesehen werden kann.

Dank sagte der Vorsitzende Margarete Steinmann und Monika Jung, die für das reichhaltige Frühstück gesorgt hatten. js

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