Bensheim

West-Stadtteile Nabu-Stadtverband plädiert für wohnortnahen Standort

Kritik an Kita-Plänen im Grüngürtel

Bensheim.Auf großes Unverständnis stößt beim Nabu-Stadtverband Bensheim/Zwingenberg der Plan der Bensheimer Stadtverwaltung, eine neue Großkita für die Stadtteile Schwanheim und Fehlheim ausgerechnet in das Kernstück des Grüngürtels zu bauen ( wir haben berichtet).

Es müsse im Interesse der Kinder sein, ihnen für ihre Zukunft eine lebenswerte gesunde Umwelt zu bewahren, schreibt der Nabu in einer Pressemitteilung. Diese werde durch Bauprojekte wie die erwähnte Planung geschmälert. Das alte Neckarbett zwischen den Stadtteilen Schwanheim und Fehlheim sei bisher aus guten Gründen freigehalten worden. Es sei ein wichtiger Frischluftkorridor, außerdem sei es für die Erhaltung der Artenvielfalt und wegen seiner Bedeutung für den Landschaftsschutz wichtig.

Für Artenvielfalt wichtig

„Diese Werte gewinnen heute eine immer größere Bedeutung für die Gestaltung unserer Zukunft“, schreibt der Nabu. Seit vielen Jahren haben sich die Bensheimer Naturschutzverbände in der städtischen Naturschutzkommission für das Grüngürtelkonzept eingesetzt und seine Verbindlichkeit eingefordert. So konnten die Kernbereiche bisher gesichert werden.

„Jetzt aber scheint man seitens der Stadt bereit zu sein, sich von bisherigen Positionen zu verabschieden und in bisher geschützte Bereiche einzugreifen“, heißt es in der Verlautbarung weiter. Der Nabu-Stadtverband erklärt dazu: „Zukunftssicherung und Vorsorge sehen anders aus. Wem die Kinder am Herzen liegen, der muss einen anderen Ansatzpunkt nehmen. Statt hochwertige Flächen zu verbrauchen, muss es um verstärkten Flächenschutz gehen.“

Ob großräumig angelegte zentrale Kitas wirklich gut für Kinder sind, müsse man sich nach Ansicht der Naturschützer ebenfalls fragen: „Sie erzeugen vermehrt Autoverkehr, die Kinder werden sicher nicht mehr zu Fuß zum Kindergarten gebracht.“

Eine wohnortnähere Kita-Planung in Schwanheim und Fehlheim hält der Nabu für den richtigeren Weg. Von den Stadtverordneten erwarten die Naturschützer, dass sie die Standort-Frage nochmals ernsthaft überdenken sowie – unabhängig von Vorentscheidungen – offen diskutieren und sachbezogen entscheiden. red

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