Bensheim

FDP Fraktion und Vorstand waren in der Innenstadt unterwegs / Ideen für den oberen Marktplatz

Kritik an Leerstand des alten Hospitals

Archivartikel

Bensheim.Ihr diesjähriger Stadtrundgang führte Vorstand und Fraktion der FDP durch Teile der Innenstadt. Dabei fielen den Freidemokraten einige größere und kleinere Kritikpunkte und Verbesserungsmöglichkeiten auf.

Bedauerlicherweise sei auf einem großen Areal des ehemaligen Eulergeländes südlich der Friedhofstraße trotz Zeitablaufs von mehreren Jahren überhaupt noch nicht mit den Bauarbeiten begonnen worden, während andere Bereiche abgeschlossen und bewohnt seien. Einerseits werde allseits Wohnungsmangel beklagt, andererseits genehmigte Baumaßnahmen nicht zügig umgesetzt, stellte FDP-Chef Holger Steinert fest.

Auch bei den lediglich eingerüsteten Werkmeisterhäusern nördlich der Friedhofstraße sei schon lange kein Fortschritt zu sehen. Die Freidemokraten wollen beim Magistrat anfragen, ob es bei diesen Vorhaben eine zeitliche Vorgabe gibt, die seitens Stadt eingefordert werden könne, so wie dies bei ähnlich großen Maßnahmen des Öfteren der Fall sei. Dass das alte Krankenhausgebäude des Heilig-Geist-Hospitals schon lange leer stehe, sei der FDP ebenfalls ein Dorn im Auge. Ein Areal in bester städtischer Innenstadtlage werde nicht genutzt, während an anderen Stellen aus Platzmangel Bau- und Nutzungskomprisse eingegangen werden müssten.

Auch hier sollte nach Ansicht von Fraktionsmitglied Jascha Hausmann seitens Verwaltung auf eine absehbare Nutzung des Areals gedrungen werden, bevor an anderen Stellen Grünflächen zugebaut oder Verdichtungen vorgenommen würden.

Probleme in der Gerbergasse

In der Gerbergasse komme es immer wieder zu Unstimmigkeiten zwischen Fußgängern und Radfahrern, wie sich die FDP-Fraktion nach Hinweisen aus der Bevölkerung vor Ort anschauen konnte. Die Fraktion werde deshalb einen Antrag stellen, dass die vorhandenen Piktogramme auf dem Fahrradweg erneuert und noch weitere neue und deutliche Kennzeichnungen auf und am Fahrradweg aufgebracht werden. Beim Gang durch die Fußgängerzone fiel den Freidemokraten zudem auf, dass einige der Hinweisschilder für Geschäfte und Gastronomie nicht mehr aktuell seien. Dies sollte nach Meinung von FDP-Vorstandsmitglied Silvia Petri überprüft und die Hinweisschilder ergänzt oder entfernt werden.

Beleuchtung der Brückenheiligen

Im Rahmen der Aufwertung der Altstadt schlägt die FDP eine adäquate Beleuchtung der zwei historischen Figuren auf der Mittelbrücke vor. Der FDP-Vertreter im Ortsbeirat Mitte, Thorsten Eschborn, will für die nächste Sitzung des Gremiums einen Antrag stellen.

Beim Marktplatz angekommen, stellten die FDP-Vertreter fest, dass der unverbaute Blick auf die Kirche Sankt Georg sicherlich schön sei, ebenso der auf das Gebäude-Ensemble nördlich des Kirchenvorplatzes, aber die Ansicht auf das obere Deck des Parkhauses auf der anderen Seite sei wenig attraktiv.

Insofern können sich die Freidemokraten durchaus eine Bebauung des durch den Abriss des Haus am Markt frei gewordenen Platzes auf der südlichen Seite mit einem eingeschossigen Pavillon möglichst mit begehbarem Dach vorstellen, der zum Beispiel für gastronomische Zwecke dienen könne. Das Gebäude sollte in der Ausrichtung vom Marktplatz aus gesehen rechts gehalten werden, womit die nicht so schöne Ansicht auf das Parkhaus verdeckt werden könne.

Letzte Station des Rundgangs war der Nibelungenbrunnen. Dieser solle auf Kosten des Steuerzahlers für die umgezogene Gastronomie der Bäckerei verschönert und die Kapazität für die Außenbestuhlung verbessert werden, womit natürlich auch der Wert und somit Mietwert für die Immobilie steige, kritisierten die Liberalen.

Die Freidemokraten sind mit dieser geplanten Maßnahme nicht einverstanden. Zum einen waren der Nibelungenbrunnen und der Platz um den Brunnen erst vor einigen Jahren für teures Geld umgestaltet worden. Zum anderen sei nicht einzusehen, dass die öffentliche Hand den privaten Eigentümern bei der Vermietbarkeit und Steigerung ihres Immobilienwerts behilflich sei. red

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