Bensheim

Stadtparlament Ortsvorsteher Weißmüller schwer enttäuscht

Kritik und Schuldfrage

Archivartikel

Bensheim.Marco Weißmüller (CDU) ist nicht nur Stadtverordneter, sondern auch Ortsvorsteher in Bensheim-Mitte. Einer Sanierung des Bürgerhauses konnte er von Beginn an wenig bis gar nichts abgewinnen. Das zeigte er erneut in der jüngsten Sitzung des Stadtparlaments. „Die Zahlen tiefrot, das Minus wiegt schwer, viele von uns schauen blöd umher“, erlaubte er sich kurz vor dem 11.11. einen karnevalistischen Ausflug.

„Nie Mehrheit für Sanierung“

10,97 Millionen Euro seien ein Batzen Geld „für eine politische Entscheidung, die sachlich betrachtet nie eine Mehrheit gefunden hätte“. Ändern lasse sich das eher nicht mehr. Er erinnerte daran, dass die Bürgerinitiative für den Erhalt geworben hatte und zitierte aus einem Flyer der BI: „Ein Neubau schafft mehr Probleme, als er löst. Eine Stadthalle für acht, zehn, zwölf Millionen Euro? Das Bürgerhaus muss erhalten bleiben, weil wir uns in Bensheim kein Finanzdesaster à la Berliner Flughafen leisten können“.

Fakt sei: Es habe nie eine nachweisliche Mehrheit in der Bevölkerung für eine Sanierung gegeben. Fakt sei auch, dass die Projektverantwortlichen aktuell nicht nur in Sachen Fassade nicht alles richtig gemacht haben.

Weißmüller trieb auch die Frage nach der Verantwortung für die Misere um. So ganz einfach lasse sich das auf den ersten Blick nicht sagen. „Der Treiber war die BfB, allen voran Franz Apfel als Unterstützer der BI und von Anfang an Verfechter der Sanierung“, so der Ortsvorsteher.

„Getrieben von der BfB“

Verantwortung müsse zwangsläufig außerdem die Rathausspitze um Bürgermeister Richter übernehmen, getrieben durch den mehrheitlichen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung. „Einen Beschluss, den es so nie gegeben hätte, wenn es kein Thema der BfB gewesen wäre.“

Deren Fraktionschef Franz Apfel verteidigte das Vorgehen seiner Wählergemeinschaft. „Die Menschen wollen und brauchen ein saniertes Bürgerhaus.“ In allen Wahllokalen hätte es beim Bürgerentscheid 2013 eine Mehrheit für die Sanierung gegeben. Damals befürworteten zwar 7658 wahlberechtigte Bensheimer eine Sanierung, das Quorum (7773 Stimmen, 25 Prozent) wurde aber knapp verfehlt. Der Bürgerentscheid hatte damit keine rechtliche Relevanz.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel