Bensheim

Riva-Freunde Zehntägige Reise führte in die Partnerstadt sowie nach Padua und Vicenza

Kulturschätze in Venetien bewundert

Bensheim.„Selbst ist der Verein“ könnte die Zielvorgabe des Deutsch-Italienischen Freundeskreises Bensheim – Riva del Garda lauten. Denn die Vorsitzende Dr. Pina Kittel und der Verein möchten die jährliche große Kulturreise thematisch selbst gestalten und möglichst kostengünstig managen.

Nun stand das Veneto (Venetien) an, jene Landschaft zwischen Gardasee und Adriatischem Meer. Da ergab es sich quasi von selbst, die Kernreise mit einem dreitägigen Freundschaftsbesuch in Riva zu beginnen. So bekamen auch neue Vereinsmitglieder Gelegenheit, bei einer Stadtführung und -begehung das Flair der Partnerstadt zu schnuppern, während bei einem Besuch in Arco Freskenmalereien und Bilder des bekannten Malers Giovanni Segantini im nach ihm benannten Museum zu bewundern waren.

Bei einer Fahrt entlang der östlichen Gardesana nach Garda mit anschließender Überfahrt zur traumhaften „Isola del Garda“ präsentierte sich die Natur- und Seelandschaft in voller Schönheit. Auf der Insel beeindruckten die im neogotisch-venezianischen Stil erbaute Villa des Grafen Cavazza und die nach englisch-italienischem Vorbild hergerichtete üppige Gartenlandschaft.

Mit der Weiterfahrt nach Padua übernahm Georg Drinnenberg, der, seinen Italien-Urlaub unterbrechend, zur Gruppe gestoßen war und als Kenner der italienischen Geschichte und Kultur bestens ausgewiesen ist, die weiteren Führungen. Begünstigt durch die zentrale Unterbringung in der Altstadt konnte Drinnenberg seine Gruppe praktisch an die Hand nehmen und die Sehenswürdigkeiten kunsthistorisch abarbeiten.

Dass dazu die Basilika des „Santo“ (so die italienische Kurzbezeichnung für den Heiligen Antonius) als der erste gewölbte Großbau der Terraferma mit aufwendiger Kuppellandschaft, die Cappella degli Scrovegni mit dem Freskenzyklus aus dem 14. Jahrhundert von Giotto, das vollständig mit Fresken ausgestaltete Oratorio di San Giorgio und die Scuola del Santo mit Tizian-Fresken gehörten, um nur einige zu nennen, versteht sich von selbst. Gleiches gilt für die berühmten Markt- und Handelsplätze der Stadt.

Einen Kontrast zu Kirche und Klerus bildete ein naturphilosophischer Beitrag von Peter J. Zeyer im Innenhof der Universität über den Physiker Galileo Galilei, der bis 1610 in Padua gelehrt hatte. Er erläuterte nicht nur die beiden Inquisitionsverfahren gegen Galilei, sondern skizzierte auch die sich im Vorfeld abzeichnende Kollision von scholastischem und astronomischem Weltbild.

Die Begegnung mit Vicenza war geprägt von wirkungsmächtigen Eindrücken der Baukunst des Architekten Andrea Palladio und seiner Schüler. Klare, strenge Formen und ausgewogene Maßverhältnisse geben seinen Bauten ein vollkommenes Ebenmaß, was sich etwa im Teatro Olimpico, im Palazzo Chiericati, zahlreichen weiteren Palästen sowie der Basilika, einer nach römischem Vorbild überdachten Markt- und Versammlungshalle widerspiegelt. Die Rivaner ließen sich aber auch die vor den Städten gelegenen Sehenswürdigkeiten nicht entgehen: die Villa la Rotonda und die Villa Valmarama sowie die Castelli Ca’Marcello in Monselice und del Catajo.

Durch die Besichtigung des Weingutes Zonin mit anschließender Verkostung und exquisitem Abendessen oder einem Essen mit Eselsfleisch und Stockfisch in einer typischen Trattoria im Landesinnern kamen auch die kulinarischen Genüsse nicht zu kurz. Dass Heribert Kittel die geologischen Besonderheiten der Landschaften erklärte und Pina Kittel mit Anmerkungen über Land, Leute, Politik und landestypische Spezifika das Mosaikbild vom Veneto vervollständigten, sind liebgewonnene Umstände dieser Fahrten.

Beim Abschlussabend im österreichischen Sterzing dankte die Gruppe in Wort und Reim den Protagonisten der Fahrt. Wieder einmal ein „Rundum-sorglos-Paket“ des Vereins. Peter J. Zeyer

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