Bensheim

Storchennest Am Sonntag heißt es „Herz statt Hass“ in Bensheim / Reaktion auf Drohbriefe

Kundgebung gegen Rechts

Bensheim.„Herz statt Hass – Bensheim zeigt Gesicht gegen Rechtspopulismus“ hat die Initiative gegen Rechtsextremismus im Kreis Bergstraße ihre Kundgebung betitelt, zu der für Sonntag (14.) ans Storchennest in der Fußgängerzone eingeladen wird. Beginn ist um 18 Uhr.

Auslöser für die Aktion waren die beiden Drohbriefe, die das Bensheimer Traditionsunternehmen Studio Roth in den vergangenen Wochen erhielt. Geschäftsführer Alexander Gebhardt hatte nach einer Anti-AfD-Demo in Auerbach – wie berichtet – ein Banner am Zaun des Firmengrundstücks angebracht. „Lieber ein Migrant als Nachbar als die AfD im Bürgerhaus“ ist dort zu lesen. Eine Anspielung auf den umstrittenen Satz des AfD-Spitzenpolitikers Alexander Gauland.

Kurz danach erhielt die Firma einen ersten anonymen Brief, außerdem wurde im Firmeneingang Buttersäure versprüht. Einige Tage später folgte das zweite anonyme Schreiben mit Drohungen, Beleidigungen und einem Boykottaufruf. Gebhardt ließ sich davon aber nicht einschüchtern. „Ich fühle mich in meiner Haltung bestätigt. Die Zeiten sind für mich so, dass man auf friedliche Art Flagge zeigen muss.“ Sein Banner sei nicht beleidigend, er habe nur seine Meinung geäußert. Dass es so hohe Wellen schlagen würde, hätte er nicht gedacht. Aber für Demokratie und Menschenrechte müsse man kämpfen, sagte er im Gespräch mit dem BA.

Solidaritätsbekundungen erhielt er nicht nur aus Bensheim, sondern aus der ganzen Region. Bürgermeister Rolf Richter sagte ebenfalls Unterstützung zu. „Es wurde eindeutig eine Grenze überschritten. Es kann nicht sein, dass ein Bensheimer Bürger, der seine Meinung sagt, so diffamiert und subtil bedroht wird.“

Mit der Kundgebung am Sonntag will man Flagge zeigen und deutlich machen, dass es in Zeiten wie diesen wichtig ist, aufzustehen und solchen Anfeindungen friedlich, aber mit einer klaren Meinung entgegenzutreten. Bürgermeister Richter wird ebenso als Redner erwartet wie Manfred Forell. Der städtische Integrationsbeauftragte und ehemalige Schulseelsorger an der Geschwister-Scholl-Schule ist Sprecher der Initiative gegen Rechtsextremismus. Auch Doris Kellermann vom Hospiz-Verein Bergstraße wird einige Worte an die Teilnehmer richten.

Die Veranstalter hoffen nach den Vorkommnissen der vergangenen Wochen auf eine breite gesellschaftliche Unterstützung bei ihrem Vorhaben. dr

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