Bensheim

Mohács-Freunde Jahresfahrt führte nach unter anderem nach Debrecen, Budapest, an den Plattensee – und in die Partnerstadt

Kunst, Kultur und Kulinarik in Ungarn

Bensheim.Klar, kennt zumindest fast jeder Bensheimer Bürger Mohács, auch wenn er selbst die ungarische Partnerstadt noch nicht besucht hat. Die Hauptstadt Budapest oder der Plattensee – auch Balaton genannt – dürften ebenso vielen geläufig sein. Bei Deprecen oder der Halbinsel Tihany, Tokaj oder gar Mesökövesd hören die geografischen Kenntnisse im Land der Magyaren so langsam auf. Und genau dorthin führte in diesem Jahr die Flug-Bus-Reise die Teilnehmer des deutsch-ungarischen Freundeskreises Bensheim-Mohács.

Nach dem Flug in die ungarische Metropole brachte der Reisebus die 40-köpfige Gruppe nach Tokaj. Die Region hat viel mehr zu bieten als den weltbekannten Wein. Klar wurde er in dem an der Theis gelegenen 4500 Einwohner zählenden Städtchen im Nordosten Ungarns verkostet. Es wurde aber auch das Weinmuseum, das eine griechische Händler-Familie im 17. Jahrhundert erbauen ließ, besichtigt.

Am Abend wurde dann Ungarns mit 210 000 Einwohnern zweitgrößte Stadt Debrecen erreicht und das Hotel bezogen. Am darauffolgenden Tag wurde die Stadt, die nicht nur wegen der berühmten „Debrecziner Wurst“ bekannt ist, erobert. Besonders beeindruckt zeigte sich die Bensheimer Reisegruppe, zu der auch Gäste aus Lorsch und Heppenheim gehörten, von der zweitürmigen reformierten Kirche. Sie gilt als ein Symbol des protestantischen Glaubens in Ungarn. Eher Zufall war, dass die Bensheimer an einem Orgelkonzert teilnehmen konnten, das nur von Meisterschülern gestaltet wurde, die an diesem Tag ihre Prüfung zum staatlich geprüften Dom-Organisten ablegten.

Ebenso beeindruckt zeigte sich die Gruppe von der Universität. Mehr als 25 000 Studenten sind derzeit immatrikuliert. Gerade die medizinische Fakultät ist über Ungarns Grenzen hinaus.

Am dritten Tag wurde der rund 16 000 Einwohner zählenden Stadt Mösökövesd im Norden des Landes ein Besuch abgestattet. Die Stadt hat nicht nur ein bekanntes Thermalbad, sondern ist vor allem Herz der „Matyó-Kultur“. Der Matyó Stamm ist in ganz Ungarn bekannt für seine besonderen Stickereien, bunten Kostümen, und kunstvolle Malerei.

Am vierten Tag führte die Fahrt weiter an den Plattensee. Von dort ging es mit dem Schiff zur Halbinsel Tihany am nördlichen Ufer des Balatons. Die bekannteste Sehenswürdigkeit auf der Halbinsel ist die 1055 gegründete barocke Abtei Tihany, die allerdings nicht von innen besichtigt werden konnte, da ein hohes Regierungsmitglied zu diesem Zeitpunkte heiratete.

Der Bus brachte die Mitglieder des Bensheimer Freundeskreises von dort in die Partnerstadt Mohács, wo Kulturattaché Gyuri Lehel, der die ganze Reise auch begleitete, ein informatives Programm organisiert hatte. So verzauberte beispielsweise beim Abendessen eine eigens bestellte Musikgruppe die Bensheimer Gäste. Besuche bei der deutschen Selbstverwaltung in Mohács mit Mittagessen, beim Freundeskreis Bensheim mit einem bunten Programm sowie Abendessen, in einer typischen Töpferei und im Stadtmuseum standen auf dem Programm, an dem auch viele Mohácser-Freunde teilnahmen.

Das Maibaumaufstellen in der 700-Seelen-Gemeinde Babarc mit traditionellen Tänzen und Brauchtum der Ungarndeutschen sowie der Empfang im Mohácser Rathaus durch Bürgermeister József Szekó sowie die beiden Vizebürgermeister Erika Kovacs und Aron Cserdi rundeten das Programm in der Partnerstadt ab.

Riesiges Keller-Labyrinth

Ein halber Tag war für die Stadt Szekszárd eingeplant, die durch ihren Weinbau weit über die Grenzen des Landes hinaus bekannt ist, aber auch durch die katholische Kirche aus dem Jahr 1805, eine der größten einschiffigen Sakralbauten in Mitteleuropa ist. Am meisten aber waren die Bensheimer vom „Fritz-Keller“ erstaunt, einem riesigen unterirdischen Labyrinth an Kellergewölben, das der Winzerfamilie Fritz gehört.

Von Mohács aus ging es dann zurück nach Budapest. Dort standen ein Besuch im Unicum-Museum und der Markthalle an, bevor es zum Abschluss der Reise zu einem weiteren Höhepunkt kam: eine Fahrt auf einem eigens für den Bensheimer Freundeskreis gebuchten Schiff auf der Donau bei Einbruch der Dunkelheit mit den illuminierten Gebäude-Fassaden von Parlament und Fischer-Bastei, Ketten- und Elisabethenbrücke. Dazu wurde ein Büffet aufgebaut, und als krönender Abschluss unterhielten Sänger des Budapester Theaters die Bensheimer Gäste mit bekannten Liedern aus der sogenannten silbernen Operettenzeit von Emmerich Kálmán, Franz Lehar und Robert Stolz. mül

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel