Bensheim

Netzwerk Demenz Rückblick auf das Filmfestival der Generationen

Lebhafte Diskussionsrunde über Integration

Bensheim.Das Netzwerk Demenz hat sich für die kommenden Wochen und Monate wieder einiges vorgenommen. Am Donnerstag, 23. November, findet um 17 Uhr im Bürgerraum der Weststadthalle das nächste Treffen statt. Alle Mitglieder, interessierte Bürger, Betroffene und Angehörige sind eingeladen. Auf der Tagesordnung stehen die Planungen für das Jahr 2018 und ein Rückblick auf die vergangenen Veranstaltungen.

Ausführlich wird auf das europäische Filmfestival der Generationen zurückgeblickt, an dem das Netzwerk Demenz und die Stadt Bensheim in Kooperation mit dem Luxor-Filmpalast teilgenommen hatten. Gezeigt wurden die Filme "Neuland" und "Wenn wir alle zusammenziehen?". In den anschließenden Diskussionsrunden ging es um die jeweiligen Filmbotschaften zu den Themen Alter, altern, demografischer Wandel und Dialog der Generationen.

Mehr als 50 Besucher lockte der Film "Und wenn wir alle zusammenziehen?", in dem es um fünf langjährige Freunde geht, die dem Altersheim entgehen wollen und zusammenziehen. Bei der anschließenden Diskussionsrunde nahm eine Projektgruppe der Altenpflegeschule Bergstraße teil. Im Vorfeld wurde in einem Kurs der Altenpflegeschule eine Umfrage durchgeführt, in der Fragen über gewünschte Wohnformen gestellt wurden. Fragebögen gingen auch an Bewohner und Kunden, die von den Mitschülern des Kurses ausgewählt wurden. Schülerin Mandy-Marie Bittner und Lehrerin Savannah Scott stellten die Ergebnisse der Umfragen vor. Heraus kamen viele interessante Erkenntnisse, die vor allem die Ansichten der Pflegeschüler zu ihrem Beruf und dem Umfeld beleuchteten und durchaus auch kritische Anmerkungen hervorriefen.

Der Film "Neuland" verdeutlichte, wie erfolgreiche Integrationsarbeit aussehen kann. Im Mittelpunkt steht der Lehrer Christian Zingg, der seit über 25 Jahren an der Integrations- und Berufsauswahlklasse in Basel tätig ist. Der Film begleitete ihn über zwei Jahre, wie er jugendliche Migranten auf das Berufsleben vorbereitet. An der Diskussionsrunde beteiligte sich das Projekt "Integration braucht Partnerschaft" des Kreises Bergstraße und das Diakonische Werk Bergstraße.

Mit vielen Szenen identifiziert

Zwei Diskutanten mit Flucht- und Migrationserfahrung, Mustafa Nonaj aus Albanien und Mohammad Muse aus Somalia, und der ehrenamtliche Helfer Christoph Stritter verglichen den Film mit ihren eigenen Erfahrungen. Die Anstrengungen und Anforderungen des Integrationsprozesses seien realistisch gezeigt worden. Integrationshindernisse wie drohende Abschiebung, traumatische Fluchterfahrung und Heimweh wurden genauso thematisiert wie Schwierigkeiten bei der Arbeitssuche, enttäuschte Hoffnungen sowie missverständliche Vorstellungen über das Leben im Aufnahmeland. Deutlich wurde auch, wie gegenseitiges Verständnis und ein beidseitiges "Aufeinander zugehen" für eine gelingende Integration notwendig sind. Die Diskutanten in Bensheim konnten sich mit vielen Filmszenen identifizieren.

Mohammad Muse berichtete, dass ihn viele Menschen im Kreis Bergstraße bei seiner schulischen und sozialen Integration unterstützt haben. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hat er seinen Haupt- und seinen Realschulabschluss bestanden. Heute absolviert er eine Ausbildung zum Krankenpfleger. Seine Empfehlung an junge Menschen mit Migrationshintergrund: Unterstützungsangebote annehmen und: "Jeder muss seinen eigenen Teil zur Integration beitragen."

Mustafa Nonaj hob die heutigen Integrationsangebote hervor. Als er 1999 in den Kreis Bergstraße kam, gab es zum Beispiel noch keine offiziellen Integrationskurse. Heute ist er sehr stolz darauf, dass seine Kinder ihren schulischen und beruflichen Weg in Deutschland gegangen sind, das Studium abgeschlossen und feste Arbeitsplätze haben.

Christoph Stritter sprach von einer persönlichen Bereicherung und Freude bei der Begleitung junger Menschen mit Migrationshintergrund. Er engagiert sich ehrenamtlich im Projekt "Integration braucht Partnerschaft". Stritter betonte, dass auch eine Portion Glück dazu gehöre, damit junge Menschen eine Ausbildungs- oder eine Praktikumstelle finden. Aus seinen persönlichen Kontakten zu den jungen begleiteten Menschen weiß er, wie schwer die Belastungen sind, wenn zum Beispiel die Abschiebung droht.

Susanne Hagen (Diakonisches Werk) und Susan Massarat (Kreis Bergstraße) haben von ihren Aufgaben und Erfahrungen aus dem Jugendmigrationsdienst und dem Programm "Integration braucht Partnerschaft" berichtet. red

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