Bensheim

Rettungshunde Judith Grön seit 30 Jahren ehrenamtlich in Einsatz / Hessenweit etliche Rekorde aufgestellt

Leichtgewicht Socke als Herausforderung

Bensheim.Im November 1989 entschied sich die sehr geschichtsinteressierte Abiturientin des Goethe-Gymnasiums Judith Grön für das Ehrenamt der Rettungshundeführerin. Der Mauerfall nahm deshalb, trotz gesellschaftspolitischem Leistungskurs, nicht die Rolle in ihrem Leben ein, was sie heute als Geschichtslehrerin sehr ärgert. Denn die Rettungshundearbeit hatte sie elektrifiziert. Dieses Hobby lässt sie bis heute nicht mehr los.

30 Jahre später gibt es in ganz Hessen kaum einen Rekord, den die Hundeführerin des DRK im Rettungshundewesen nicht hält. 55 bestandene Rettungshundeprüfungen in den Bereichen Trümmer- und Flächensuche, neun zur Prüfung geführte Hunde verschiedenster Rassen, unzählige Einsätze, darunter auch Trümmereinsätze bei Gasexplosionen in Seeheim-Jugendheim und Reinheim. Sie gründete die erste Rettungshundestaffel im Deutschen Roten Kreuz und prüft heute Rettungshunde in ganz Deutschland.

Dabei hat sie alle Bundesländer bereist und viele liebe Freunde gefunden. Tolle Erinnerungen gibt es an Prüfungen wie in Bühl in Baden nahe der französischen Grenze. Dort hatte eine Hundeführerin ihre erste Prüfung bestanden und eine Stunde später ihren ersten Einsatz, bei dem sie ein sechsjähriges Kind lebend im Wald fand.

Viele solcher Geschichten könnte die hundebegeisterte Helferin des DRK erzählen, aber zurzeit beschäftigt sie ein „neues Projekt“, es heißt „Socke“ ist viereinhalb Kilo leicht und 30 Zentimeter hoch. Es handelt sich um eine zierliche, freundliche, verspielte und durchsetzungsstarke Zwergpinscherhündin, die Judith Grön im nächsten Jahr zur Rettungshundeprüfung führen möchte. „Das ist schon etwas Besonderes, so einen kleinen Hund einsatzmäßig führen zu wollen“, so Judith Grön, die zurzeit im Einsatz eine siebenjährige Working Kelpie Hündin führt, die bereits vielfach seine Trümmer- und Flächenprüfung abgelegt hat.

Tatsächlich ist der kleine Hund viel schwerer auszubilden und stellt hohe Anforderungen an den Hundeführer. „Es fällt mir nicht so leicht die nötige Konsequenz an den Tag zu legen, dies gilt vor allem bezüglich der hohen Ansprüche der Prüfungsordnung im Bereich des Gehorsams.“ Sitz, Platz, Steh und Voraus fordern das Team Socke-Grön deutlich mehr als die Suche im Wald und auf Trümmern.

„Socke sucht auch auf Vertrümmerungen selbstsicher große Flächen ab. Es ist der Wahnsinn, wie zielstrebig und ausdauernd so ein kleiner Hund seine kleine Nase einsetzen kann.“ Nach so vielen Jahren und vielen unterschiedlichen Rassen fordert der Zwergpinscher die Hundeführerin ungemein, „dafür lerne ich so viel wie lange nicht mehr, die Kleine macht absolut Spaß,“ meint die erfahrene Hundeführerin, die nicht müde wird, weitere Rekorde in Angriff zu nehmen.

Am Goethe-Gymnasium unterrichtet die Heppenheimerin Geschichte und damit auch die Wendezeit vor 30 Jahren, die für sie persönlich nicht nur ein Hobby, sondern eine Lebensaufgabe einläutete. Mal sehen, ob es nächstes Jahr klappt. Viele Daumen sind gedrückt. red

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