Bensheim

Goethe-Gymnasium Bensheimer Schule präsentierte Förderideen in Berlin und Sachsen-Anhalt / Bundesweites Netzwerk

Lernen mit Organisation und Strategie

Bensheim.In den vergangenen drei Jahren haben 300 Schulen aus Berlin, Hessen, NRW, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein in einem bundesweiten Netzwerk zusammen an dem Ziel gearbeitet, das individuelle Lernen in der Ganztagsschule zu fördern – darunter das Goethe-Gymnasium Bensheim als einziges Gymnasium in Südhessen. Dessen Konzept „Lernen mit Organisation und Strategie“ (LOS) hat überzeugt. Das Goethe erhielt jetzt eine Einladung als „Tourneeschule“ nach Berlin und Sachsen-Anhalt, um seine Förderideen vorzustellen.

Die Schulentwicklungsgruppe des Bergsträßer Gymnasiums hat ein Konzept entwickelt, um seinen Schülern Strategien und Kompetenzen zu vermitteln, mit denen sie sich Inhalte und komplexere Themen selbstständig erschließen können. Die überfachlichen Module wurden unter Leitung von Janina Reuter erarbeitet und in den Klassen fünf bis acht bereits auf Jahrgangsbreite realisiert. „In einer sich rasch wandelnden Gesellschaft sind überfachliche Qualifikationen wie Selbstorganisation und lebenslanges Lernen von entscheidender Bedeutung“, erläutert Nicole Guthier, Mitglied der Schulleitung und verantwortlich für das Ganztagsangebot am Goethe, die Förderinitiative.

Das LOS-Konzept besteht aus drei überfachlichen Modulen in Klasse 5 bis 7, welche zu unterschiedlichen Zeitpunkten im Schuljahr durchgeführt werden und in mehreren Fächern Anwendung finden. So lernen die Fünftklässler zunächst, wie sie sich für schulische Aufgaben motivieren können, wie sie sich eigene Lernziele stecken und diese planerisch umsetzen können. Im Anschluss finden die Inhalte aus den Modulen systematische Anwendung in weiteren Unterrichtsfächern.

In Klasse 6 wird es mathematisch. Die Lernenden erfahren, wie man im Team effizient und sinnvoll kooperiert und werden danach vor die Herausforderung gestellt, sich das Addieren und Subtrahieren mit Brüchen im Team selbstständig zu erarbeiten und ihre Ergebnisse auf Lernplakaten darzustellen.

Gesamtkonzept entwickeln

In Klasse 7 wird das Können der Schüler um den Baustein „Freies Präsentieren“ erweitert und im Geschichtsunterricht zum Thema „Entdeckungen und Eroberungen im 15. Jahrhundert“ angewandt. Neben der selbstständigen Recherche und Ausarbeitung des Themas steht hierbei auch die ansprechende und kreative Präsentation vor der Klasse im Vordergrund.

Neues Ziel am Goethe-Gymnasium ist es nun, ein Gesamtkonzept für die Sekundarstufe I zu entwickeln. Zur Anwendung der erlernten Strategien aus Klasse fünf bis sieben wird erstmals im laufenden Schuljahr 2019/20 projektartiger Unterricht in der achten Klasse n den Fächern PoWi und Physik jahrgangsbreit eingeführt. So dürfen die Schüler im Fach Politik und Wirtschaft eine innovative und nachhaltige Geschäftsidee entwickeln. In Physik wird es experimenteller: Die Lernenden planen die Elektrik für ein Wohnzimmer und stellen sie in einem 2D-Modell dar.

Im nächsten Schuljahr soll der Projektunterricht auch in der neunten Klasse ausgebaut werden, so dass am Ende ein stufenweises Gesamtkonzept zur Förderung des selbstorganisierten Lernens in der Sekundarstufe I stehen wird, welches die Schüler optimal auf die Anforderungen der Oberstufe vorbereitet.

Das Förderkonzept am Goethe-Gymnasium wurde im Rahmen des bundesweiten Netzwerkes „LiGa – Lernen im Ganztag“ in den vergangenen Jahren mit ganztägig arbeitenden weiterführenden Schulen entwickelt und erprobt. Das Programm wird von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) in Kooperation mit der Mercator-Stiftung unterstützt. red

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