Bensheim

Bürgermeisterwahl Personelle Konsequenzen bei der SPD

Lux gibt ihr Mandat vorzeitig ab

Bensheim.Der Wahlsieg von Christine Klein am Sonntag hat in der SPD zu einer ersten Personalentscheidung geführt. Die stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin Christiane Lux legte mit sofortiger Wirkung ihr Mandat nieder, wie sie auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigte.

Ende September war die 62-Jährige (Bild) als Vorsitzende der Bensheimer SPD zurückgetreten, nachdem es bei einer Mitgliederversammlung zu Streitigkeiten kam. Ärger gab es unter anderem, weil der SPD-Vorstand keine Wahlempfehlung für die unabhängige Bürgermeisterkandidatin Christine Klein (zugleich aber bekanntlich SPD-Mitglied) aussprechen wollte – vor allem mit Blick auf die wechselseitig nicht immer einfache Beziehung in der Vergangenheit.

Entzündet hatte sich die massive Kritik zunächst an der Findungskommission für die Bürgermeisterwahl (wir habe berichtet). Weil es einen Bewerber gab, der vom Gremium als nicht geeignet beurteilt und daher den Mitgliedern gar nicht erst vorgeschlagen worden war, schlugen die Wellen hoch, der Vorsitzenden wurde ein undemokratisches Verhalten unterstellt.

Lux sah sich persönlichen Angriffen ausgesetzt und zog den Schlussstrich. Der beinhaltete damals neben dem Rücktritt bereits, dass sie ihre Kandidatur für die Kommunalwahlliste zurückzog. Eine weitere Legislaturperiode als Stadtverordnete hätte es damit nicht gegeben.

Verhältnis zu Klein belastet

Bis Mitte März wäre sie aber noch Mitglied in der Fraktion und stellvertretende Parlamentschefin geblieben. Ihr frühzeitiger Rückzug habe persönliche Gründe, teilte sie auf Nachfrage mit. „Das Verhältnis zwischen mir und Frau Klein betrachte ich aufgrund der Vorgeschichte um die Frage der verweigerten Wahlempfehlung als zu belastet, um mir eine Zusammenarbeit mit ihr als Bürgermeisterin sowohl als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin als auch als stellvertretende Fraktionsvorsitzende vorstellen zu können“, erklärte die Anwältin.

Auch die „parteiinternen Querelen, die nicht aufhören wollen und sich jetzt auch in der Fraktion offen zeigen“, hätten sie zu diesem vorzeitigen Rückzug veranlasst. Dass es innerhalb der Sozialdemokraten wegen der Personalie Klein zu Spannungen und Verwerfungen kommt, hatte sich in den vergangenen Wochen abgezeichnet.

Wer Christiane Lux für die restlichen vier Monate beerbt, steht nach Auskunft der Fraktionsvorsitzenden Eva Middleton noch nicht fest.

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