Bensheim

Odenwaldklub Ausflug mit Besichtigung der Chagall-Fenster in der Kirche Sankt Stephan

Mainzer Unterwelten im Kerzenlicht

Archivartikel

Bensheim.Im Januar besuchte der Odenwaldklub Bensheim die Stadt Mainz. Der Tagesausflug fand großes Interesse und war recht schnell mit 40 Personen ausgebucht. Vom Bahnhof Römisches Theater lief Gruppe 1 auf den Jakobsberg zur Mainzer Zitadelle.

Das Festungswerk wurde in seiner heutigen Form um 1660 errichtet und war Bestandteil der Festung Mainz. Während des Ersten und Zweiten Weltkrieges diente die Zitadelle als Kriegsgefangenlager. 1940 bis gegen Kriegsende war dort das Offizierslager.

Mit dem Friedensvertrag von Versailles von 1919 endete die militärische Geschichte der Mainzer Zitadelle, die mit ihrer Größe von etwa 340 mal 320 Metern zu den wichtigsten Großfestungsanlagen in Rheinland-Pfalz zählt. Heute gehört die Zitadelle der Stadt Mainz und beherbergt zahlreiche städtische Ämter.

Meditation zu Chagall-Fenstern

Gruppe zwei verweilte indessen in einem Café. Danach trafen sich die beiden Gruppen in der Kirche Sankt Stephan zur Meditation zu den Chagall-Fenstern mit Monsignore Klaus Mayer, der die Gestaltung und den Einbau der Fenster, mit Chagall erlebt und begleitet hat.

„Diese Fenster machen uns froh, sie vermitteln Optimismus, Hoffnung und Lebensfreude“. Mit diesen Worten begann die eineinhalbstündige Meditation. In seinen neun Kirchenfenstern im Ostchor und Querhaus hat Marc Chagall ein Zeichen gesetzt für französisch-deutsche Freundschaft, Völkerverständigung, jüdisch-christliche Verbundenheit.

Es sind seine einzigen Fenster in Deutschland, von der Glasfläche (177,6 Quadratmeter) her sein größtes Glaskunstwerk in der Welt, die letzten seines künstlerischen Schaffens. Nach der Mittagseinkehr stand die Führung in den Mainzer Unterwelten mit Kerzenlicht im Fort Josef auf dem Programm. Dort verzauberten Hunderte von Teelichtern die barocken Gewölbe mit einer ganz besonderen Atmosphäre.

Vor über 300 Jahren als Bestandteil der Festung Mainz erbaute Gewölbe und Gänge wurden im Laufe der Jahrhunderte immer wieder umgebaut, erweitert, oberirdisch abgerissen und in der größten Not des Zweiten Weltkriegs wieder ausgegraben und als Luftschutzräume genutzt. Heute sind sie ein ganz besonderer Anziehungspunkt – ein Ort der Ruhe und Kühle, in dem die wechselhafte Geschichte auf so vielfältige Weise lebendig wird. red

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