Bensheim

Herrenhaus Beamte sollen öffentliches Interesse wahrnehmen / Pächter wollen weitermachen

Mansmann attackiert Schlösserverwaltung

Archivartikel

Bensheim.Ein nicht hinnehmbares wirtschaftliches Versagen des Staates sieht der FDP-Bundestagsabgeordnete Till Mansmann (Bild) im Streit zwischen den Pächtern und der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten um das Herrenhaus im Staatspark Fürstenlager.

Jeder private Investor hätte Interesse an einer Einigung mit dem Pächter. Die Verwaltung verstecke sich aber offenbar hinter Gesetzen, zur Verantwortung gezogen werde wohl niemand. „Diese Beamten sollen ihre Pflichten wahrnehmen“, fordert Mansmann im Gespräch mit dieser Zeitung. Er sieht ein öffentliches Interesse am Fortbestand eines bewirtschafteten Herrenhauses, doch das werde durch die Verwaltung gefährdet.

Einen touristischen, einen wirtschaftlichen und einen Imageschaden befürchtet Mansmann, wenn der Streit zwischen den Pächtern und der Verwaltung vor Gericht dazu führe, dass das Herrenhaus künftig leer stehe.

In den Rechtsstreit selbst will er sich nicht einmischen. Doch wie sich der Staat verhalte, das sei eine politische Frage. Da habe er sehr wohl eine Meinung. Die Liegenschaften seien vor mehr als 100 Jahren von den Fürsten auf den Staat, also in die Hände des Volkes übergegangen. Das öffentliche Interesse, also das des Bürgers und Steuerzahlers, sei es, das Herrenhaus zu erhalten, eine touristische Gastronomie anzubieten und wirtschaftlich zu nutzen. Das zu erreichen, sei Aufgabe der Verwaltung. „Ich übe Kritik daran, wie das in Hessen geschieht“, so Mansmann, der die Taufe seiner Tochter im Herrenhaus gefeiert hat.

Pächterin Heike Grammbitter bekräftigte, dass sie am Erhalt und Weiterbetrieb der Herrenhaus-Gastronomie interessiert sei. „Wir wollen das schaffen und unsere 26 Mitarbeiter stehen hinter uns“, sagte sie dieser Zeitung. Sie wolle der Verwaltung nichts Böses, betont sie. Doch das Herrenhaus sei von Anfang an nicht saniert gewesen. Jeder Vermieter hätte ein Gutachten oder eine Mängelliste interessierten Pächtern vor Vertragsabschluss vorgelegt und dann Schäden behoben. „Hätten wir von den Schäden gewusst, hätten wir niemals unterschrieben.“

Sie habe viel Geld in die Nachbesserung und den Auf- und Ausbau investiert und deshalb deutlich gemacht, dass das Land erst Pacht verlangen könne, wenn die Pachtsache in einwandfreiem Zustand sei. Anstatt sie aus dem Herrenhaus herauszudrängen, sei es doch besser, die Schäden zu beheben, finanzielle Nachteile auszugleichen und der Region ein lebendiges Ausflugsziel zu erhalten. red

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