Bensheim

Liebfrauenschule Bistum soll seine Entscheidung überdenken

Meister appelliert an den Bischof

Archivartikel

Bensheim.Jenseits der Vorstellungskraft des Bundestagsabgeordneten Michael Meister (CDU) lag nach dessen eigenem Bekunden die Entscheidung des Bistums Mainz, die Trägerschaft für die Liebfrauenschule aufzugeben. In einem Brief an Bischof Peter Kohlgraf schreibt der Berufspolitiker, dass er die Absicht des Bistums mit großer Überraschung zur Kenntnis genommen habe.

Zuschüsse ein Thema

Bei allem Verständnis für die notwendigen Sparmaßnahmen habe er erhebliche Zweifel, ob mit dem gewählten Schritt an der richtigen Stelle gespart werde. „Nirgendwo sonst als über die Institution Schule hat das Bistum so sehr die Chance, über eine längere Zeit mit der jungen Generation in Verbindung zu stehen und diese für die Kirche und das christliche Werteverständnis zu begeistern“, meint der Staatssekretär im Bundesbildungsministerium.

Hinzu komme eine enorme Hebelwirkung des finanziellen Engagements der Kirche. So erhält nach Meisters Rechnung das Bistum vom Staat für jede Schülerin der Liebfrauenschule 85 Prozent der durchschnittlichen Schülerkosten an öffentlichen Schulen, abzüglich der bereinigten kommunalen Aufwendungen. „Dies bedeutet, das Bistum bekommt für einen relativ geringen Einsatz von eigenen Mitteln einen hohen Zuschuss“, so Meister.

Er bittet in seinem Schreiben den Bischof, den getroffenen Entschluss, die Trägerschaft der Liebfrauenschule nicht fortführen zu wollen, nochmals zu überdenken. Die Bistumsträgerschaft habe sich mehr als bewährt. Sollte man bei der Entscheidung bleiben, „so bitte ich darum, dass seitens des Bistums in entsprechenden Gesprächen mit zuständigen Akteuren und weiteren Beteiligten alles dafür getan wird, dass die Liebfrauenschule am bisherigen Ort unter neuer Trägerschaft weiterbestehen kann“.

Vor einer Woche war bekanntgeworden, dass es im Bistum aus Kostengründen einen Kahlschlag geben wird, dem neben dem katholischen Mädchengymnasium mit seinem Realschulzweig auch das Haus am Maiberg in Heppenheim zum Opfer fallen soll. Die Betroffenen reagierten überrascht und geschockt, gaben und geben sich aber kämpferisch (wir haben berichtet). dr

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