Bensheim

OWK Auerbach Jahresausflug zum Tag der Deutschen Einheit in die Region Saale/Unstrut / Straßenbahnfahrt in historischen Wagen

Mit der „Zicke“ durch Naumburg

Auerbach.Als Ziel für seinen Jahresausflug 2018 hatte der Odenwaldklub (OWK) Auerbach die Region Saale/Unstrut mit dem Zentrum Naumburg gewählt. Anlass dafür bot eine seit 1990 bestehende Freundschaft zwischen den Familien Scholz in Naumburg und Knop in Auerbach, die sich bei der Organisation und Gestaltung der fünftägigen Unternehmung bestens bewähren sollte.

Auf dem Weg nach Naumburg legte die 15-köpfige Reisegruppe in der Landeshauptstadt Erfurt eine Zwischenstation ein. Dort war es Reinhard Strößinger, der aufgrund seiner langjährigen Berufstätigkeit in Thüringen eine sehr informative Stadtführung anbieten konnte. Danach bezog man in Naumburg im Hotel Kaiserhof Quartier. Das Abendessen führte die Reisegruppe mit Horst und Martina Scholz zusammen, die beide für die nächsten Tage Wegbegleiter der OWK-Gruppe sein sollten.

Imposantes Gradierwerk

Leider schlug das Wetter am folgenden Tag etwas um, aber dennoch machte man sich in zwei Gruppen von Bad Kösen aus auf den Weg zur vielbesungenen Rudelsburg im Saaletal. Gemeinsam besichtigte man das imposante Gradierwerk. Von dort strebten die eifrigen Wanderer unter Leitung von Horst Scholz zur Rudelsburg, während eine kleinere Gruppe unter Führung von Heinz Kolbe mit dem Pkw zuerst das Ausflugsziel „Himmelreich“ ansteuerte, wo man einen eindrucksvollen Blick auf die Rudelsburg und die benachbarte Burgruine Saaleck genoss.

Auf der Rudelsburg traf man sich dann wieder zur gemeinsamen Einkehr, um diese mit dem bekannten Lied „An der Saale hellem Strande“ gesanglich abzurunden.

Nach der Rückkehr in Bad Kösen stärkte man sich in dem landesweit bekannten Café Schoppe für den letzten Höhepunkt des Tages, die Besichtigung des ab 1137 entstandenen Zisterzienserklosters Pforte, das heute die 1543 gegründete Landesschule Pforta beherbergt. Diese Eliteschule zählte berühmte Persönlichkeiten wie Nietzsche, Fichte und Klopstock zu ihren Schülern und führt heute begabte Schülerinnen und Schüler in den Zweigen Musik, Naturwissenschaften und Sprachen zum Abitur.

Der nächste Tag war voll und ganz Naumburg gewidmet. Hier war es wiederum Horst Scholz, der eindrucksvoll durch seine Heimatstadt führte. Beeindruckt waren die Auerbacher sowohl von den gelungenen Restaurierungen markanter Gebäude wie auch von der Stadtkirche Sankt Wenzel mit ihrer einmaligen Hildebrand-Orgel, wo man leider auf eine Kostprobe verzichten musste. Dem Stadtrundgang mit Judengasse, Marktplatz und Marientor schloss sich die Besichtigung des UNESCO-Weltkulturerbes, dem Dom Sankt Peter und Paul, an.

Fasziniert waren alle Teilnehmer nicht nur von dem einmaligen historischen Bauwerk, sondern auch von der Lebendigkeit und Nachhaltigkeit der Ausführungen des jungen Domführers, der sich so nebenbei auch als ehemaliger Schüler von Horst Scholz „outete“. Da erschien selbst Uta, das schönste Gesicht des Mittelalters und eine der zwölf Stifterfiguren, in einer ganz unerwarteten Nebenrolle.

Werbeträger für die Domstiftung

Die Hauptrollen spielten die vielen unbekannten Steinmetze, die durch filigrane Arbeiten diesen Bau prägten. Dass Uta dennoch der wichtigste Werbeträger für die Domstiftung, den Besitzer und damit auch alleinigen wirtschaftlichen Träger des gesamten Domareals, ist, bleibt davon unbenommen.

Den Rest des Nachmittags verbrachte man beim Bummeln oder aber mit mehrfachem Abfahren der 2,8 Kilometer langen Straßenbahnroute in historischen Wagen, was mit der quietschenden „Zicke“ dank einer Tageskarte sichtlich Vergnügen bereitete. Den Tag der Deutschen Einheit feierte man gemeinsam mit Naumburger Freunden auf der Weinwanderung im Blütengrund. Auch hier durfte man dank einer ortskundigen und exklusiven Führung herrliche Momente bei Wein und Lyrik genießen. Höhepunkt dabei die Rast bei wärmendem Sonnenschein im Klingerweinberg mit herrlichem Blick auf den Zusammenschluss von Saale und Unstrut zu Füßen des Max-Klinger-Hauses. Seinen Abschluss fand dieser rund sieben Kilometer lange Rundweg im Gasthaus „Henne“, dem Start- und Zielort dieses angenehmen Weinwandertages.

Dort nahm Horst Knop als verantwortlicher Organisator die Gelegenheit wahr, Horst und Martina Scholz für die außergewöhnliche Unterstützung zu danken. Selbst bei der Ansprache für das nächstjährige Ziel Fichtelgebirge kann man mit seiner Unterstützung rechnen, hat er doch auch dort viele Kontakte und Ortskenntnisse.

Ein weiterer Gipfel seiner selbstlosen und vorausschauenden Hilfe bestand in der Organisation eines Bus-Shuttles von „der Henne“ zurück zum Hotel, der durchaus willkommen war.

Als man am folgenden Morgen auf getrennten Wegen die Heimfahrt antrat, durfte Horst Knop neben dem Dank der Teilnehmer auch das Bewusstsein mit nach Hause nehmen, dass sich gerade diese Veranstaltung würdig in seine vielfältigen Bemühungen um das „Zusammenwachsen, was zusammen gehört“ mit den Freunden in Naumburg einreihen wird. kn

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