Bensheim

Musikschule Flötenklasse spielte zum Auftakt des 40-Jährigen

Mit Lyrik und Musik ins Jubiläumsjahr

Archivartikel

Bensheim.Die Flötenklasse von Hannelore Schmanke spielte in der Hospitalkirche das Auftaktkonzert zum 40-jährigen Bestehen der Musikschule Bensheim. Im Mittelpunkt standen neben feinen musikalischen Häppchen bekannte Märchen und lyrische Miniaturen, als Zwischeneinlagen wurden Gedichte vorgetragen. Insgesamt umfasste die kurzweilige musikalische Zeitreise fast 900 Jahre.

Im Mittelpunkt stand das Märchen „Das Gänseblümchen“ von Hans Christian Andersen in der Vertonung der Komponistin Felicitas Kukuck. Was Andersen seiner kleinen Lerche an poetischer Variation in die kleine Kehle legte, brachte die Flötengruppe mit Kukucks Stück „Die Lerche“ auf musikalische Weise zum Ausdruck. Flötensoli und Text standen sich harmonisch und dennoch kontrastreich gegenüber und das Werk offenbarte die Fähigkeit der Komponistin, sich auch im kindlichen Universum klanglich beredt zurechtzufinden.

Geistliche Lieder und Minnesang

Eröffnet wurde das Konzert vom Querflötenensemble mit dem seltsam betitelten zeitgenössischen Stück „Haurrak Ika Suzue“ des belgischen Komponisten André Waignein. Der Flötenkreis widmete sich zwölf geistlichen Liedern von Hildegard von Bingen, die in der kleinen Kirche sehr schön zum Ausdruck kamen. Als Erste beschrieb sie, wie die Sehnsucht nach Glück, Zufriedenheit und Lebensfreude von spirituellen Werten abhängt.

Dem musikalischen Beitrag wurde ein Text der Äbtissin, Universalgelehrten und Dichterin vorangestellt. Und mit einem Minnesang von Walther von der Vogelweide blieb man in der Zeit des 12. Jahrhunderts – immerhin haben sich die Biografien der beiden Persönlichkeiten um neun Jahre überschnitten.

Danach reisten die Musiker und Vortragenden direkt ins 17. und 18. Jahrhundert. Mit Werken des Barockflötisten Jean-Baptiste Loeillet de Gant und seines klassischen Instrumental-Kollegen François Devienne zeigten die Schüler, wie viel Hingabe, Können und Spielfreude in ihnen steckt.

In der zweiten Hälfte wurde es heller, romantischer und frühlingshafter. Franz Schubert und der Mannheimer Komponist Carl Stamitz schauten vorbei und Bettina von Arnims Gedicht „Auf diesem Hügel überseh’ ich meine Welt!“ aus „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“ erstrahlt vor Naturidylle, sprachlicher Schönheit und Fernweh.

Von der englischen Komponistin Fay Neary, die in Deutschland lebt, hatte sich die Musikschule ein Flötenarrangement aus der Reihe „Reflections“ ausgesucht. Mit einem zeitgenössischen Tangostück und einem weiteren, spanisch inspirierten Werk von André Wagnein ging es mit dem Querflötenensemble vital ins Finale. Das Publikum applaudierte einer gelungenen Mischung aus Liedern und Lyrik in einer auch akustisch passenden Umgebung.

Die Mitwirkenden waren Carlotta Holz, Julika Winkler, Louisa Rusch, Amalia Pastré, Anna Marie Emig, Katharina Schwinn, Sara Klüss, Elina Maas, Ronja Backs, Marie Arnold, Lara Scholz, Lorena Hanser, Jana Pätzel, Amelie Banasek, Eva Nickel, Benjamin Dauster, Justine Hastik, Johanna Meister, Sarah Fertig, Nora Borgulya, Isabel Jost, Jessica Flügel und der Flötenkreis mit Fiora Piller, Fiona Mattlok, Stephanie Neubauer, Christine Treffert-Jäger, Sabine Dall und Barbara Schulz.

Im Jahr 1979 war die Bensheimer Musikschule in städtische Trägerschaft übernommen worden. Das Jubiläum wird mit weiteren Veranstaltungen fortgesetzt. tr

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