Bensheim

Städtepartnerschaft Gábor Pávkovics löst Ferenc Csorbai ab / Wahlbeteiligung lag bei 55,07 Prozent

Mohács hat einen neuen Bürgermeister

Archivartikel

Bensheim/Mohács.Wie zu erwarten war, hat Bensheims ungarische Partnerstadt Mohács am Sonntag einen neuen Bürgermeister gewählt und den Amtsinhaber Ferenc Csorbai nach nur einjähriger Tätigkeit abgewählt.

Der neue Bürgermeister heißt Gábor Pávkovics, ist 51 Jahre alt und war bis dato Vizebürgermeister. Der studierte Ökonom gehört der Fidesz-Partei des ungarischen Präsidenten Viktor Orbans an, ist seit 1998 (dem Jahr als József Szekó zum ersten Mal Bürgermeister wurde) ohne Unterbrechung Stadtverordneter im Stadtparlament.

Er hat im Bank- und Finanzwesen gearbeitet, auch als Geschäftsführer eines Finanzinstituts. Er war in der Komitatsversammlung als Abgeordneter und als Ausschussvorsitzender tätig. Pávkovics ist verheiratet und hat vier Kinder.

Bei der Bürgermeisterwahl am Sonntag waren 15 335 Mohácser Bürger zur Wahl aufgerufen, 8446 machten von ihrem Wahlrecht Gebrauch, das sind immerhin 55,07 Prozent. Somit war es eine der höchsten Wahlbeteiligungen, seit es freie Wahlen in Ungarn gibt.

Zum Vergleich: Bei der letzten Bürgermeisterwahl im Oktober 2019 gingen nur 5943 Bürger zur Wahl, das waren gerade einmal 38, 61 Prozent. Bürgermeister Csorbai erhielt damals von den 5943 Stimmen gerade einmal 1867 Stimmen. 4076 Stimmen waren ungültig.

Auf den neuen Bürgermeister Pávkovics entfielen jetzt 4708 Stimmen (56,44 Prozent), der Amtsinhaber Ferenc Csorbai erhielt 3369 Stimmen (40,39 Prozent) und auf die 41-jährige studierte Lebensmittelingenieurin Csilla Bernáth, die für die Partei Mi Hazánk (Unsere Heimat) kandidierte, entfielen 265 Stimmen (3,18 Prozent).

Csorbai, der der MSZP, der ungarischen sozialistischen Partei (Magyar Szocialista Párt) angehört, gründete eigens für die Bürgermeisterwahl eine neue Partei: „VAN“, das übersetzt bedeutet „Generation, die eine Veränderung will“. Dahinter stellten sich auch die Grünen, die Liberalen und weitere, kleinere Parteien.

Wie aus Mohács verlautete, schien diese Neugründung ein guter Schachzug gewesen zu sein, denn mit so vielen Stimmen, die er auf sich vereinigen konnte, hatte man im Fidesz-Lager nicht gerechnet. Außerdem hieß es, er habe ein sehr professionelles Wahlkampfteam gehabt, habe alle modernen Kommunikationskanäle und Soacial-Media-Plattformen genutzt, habe enorm bei Facebook, Instagram und WhatsApp gepostet und somit gerade die jüngere Generation erreicht.

Dieser Schachzug machte sich auch bei den gleichzeitig stattfindenden Kommunalwahlen bemerkbar. Mohács ist in acht Wahlbezirke aufgeteilt. Bislang konnte Fidesz alle acht Bezirke gewinnen. Bei der jetzigen Kommunalwahl musste sie zwei Wahlbezirke an VAN abgeben und konnte nur sechs auf sich vereinigen.

Das Mohácser Gemeindeparlament hat mit dem Bürgermeister zwölf Sitze. Acht entfallen auf Fidesz, vier auf die VAN-Partei. Die Partei Mi Hazánk (Unsere Heimat) erhielt keinen Sitz, auch die unabhängigen Einzelkandidaten nicht.

Die jüngste Tochter des verstorbenen früheren Bürgermeisters József Szekó, Zsófia Szekó, trat erstmals bei den Kommunalwahlen an, erhielt in ihrem Wahlbezirk 705 Stimmen (51,8 Prozent) und gehört dem Parlament an. Sie wurde 1987 geboren, ist verheiratet, hat drei Töchter und arbeitet als Grundschullehrerin mit den Fächern Englisch und Musik.

In einem Interview sagte sie vor der Wahl: „Ich betrachte mich nicht als Politikerin, ich glaube nicht einmal, dass ich es sein werde. Ich habe jedoch viele Ideen, ich bin interessiert, hauptsächlich weil ich die Arbeit meines Vaters weiterführen möchte. Dies wäre seine letzte Amtszeit als Bürgermeister gewesen. Jetzt möchte ich helfen, die von ihm begonnenen Projekte abzuschließen. Übrigens möchte ich die Arbeit von Gábor Pávkovics unterstützen, da es kein Geheimnis ist, dass mein Vater ihn als seinen Nachfolger haben wollte. Er hat das mehrmals erwähnt“.

Sehr wahrscheinlich am Freitag, 9. Oktober, wird der neue Mohácser Bürgermeister Gábor Pávkovics von der Vorsitzenden des Wahlausschusses, Agnes Vargaity, in einer Sondersitzung im Mohácser Rathaus vereidigt. mül

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