Bensheim

Am Junkergarten

Müssen Anwohner für Planungsfehler bezahlen?

"Im Ortsbeirat wird Kritik laut", BA vom 19. August; Leserbrief "Es geht vor allem um die Sicherheit ", BA vom 9. September

Zunächst möchten wir betonen, dass auch wir den Verkehr vor der eigenen Haustür niemals infrage gestellt haben. Allerdings gibt es bei der im Betreff beschriebenen Maßnahme einige Punkte, die für uns als Anlieger von Bedeutung sind. In der Presse wurde zum Beispiel angekündigt, die betreffenden Straßen seien für eine begrenzte Zeit als Einbahnstraßen ausgewiesen. Das ist so nicht richtig, denn es wurde nur ein Teilstück der Straße Am Falltor zur Einbahnstraße erklärt. Dieses Teilstück ist laut eines im Auftrag der Stadt Bensheim durchgeführten Lastplattenversuchs nicht für den Durchgangsverkehr geeignet. Diese Tatsache wird aber ignoriert.

Um ein Vielfaches höher

Ein weiterer Punkt ist: Die Straße Am Junkergarten ist als Kreisstraße ausgewiesen. Im Falle einer Sanierung würden die dortigen Anlieger zu 25 Prozent an den Kosten beteiligt. Die Straße Am Falltor ist keine Kreisstraße und die Anlieger würden im Falle einer Sanierung um ein Vielfaches höher an den anfallenden Kosten beteiligt. Es ist also nicht das Verkehrsaufkommen, das uns Sorgen bereitet, sondern die unverhältnismäßig hohe Kostenbelastung, die wir zu tragen hätten.

Uns liegt ein Schreiben der Stadtverwaltung vor, worin es heißt: "Die zeitlich begrenzte Testphase stellt keine wesentliche Änderung des Verkehrsaufkommens im Bereich der Straße Am Falltor dar. Bereits jetzt nehmen beide Straßenzüge fast die gleiche Verkehrsmenge auf."

Wir als Anlieger der Straße Am Falltor (Teilstück) müssen aus der Testphase zur Einbahnstraßenregelung den Schluss ziehen, dass man möglichst schnell eine grundhafte Sanierung herbeiführen möchte. Diese Sanierung wäre erforderlich, um die Straße Am Falltor (Teilstück) überhaupt als Durchgangsstraße nutzen zu können. Für uns ist somit kein stichhaltiger Grund für die Maßnahme ersichtlich.

Der Auslöser für die jetzt teilweise heftig geführte Diskussion ist ein ausgewiesenes Neubaugebiet im Stadtteil Fehlheim. Durch die Bebauung kommt es mit Sicherheit zu einem vermehrten Verkehrsaufkommen.

Vonseiten der Stadt sucht man nun nach Lösungen, um den Verkehrsfluss zu steuern. Möglich, dass man in der Vergangenheit Planungsfehler gemacht hat. Aber nun uns Anlieger - speziell Am Falltor- dafür finanziell über Gebühr belasten zu wollen, ist sicher auch keine vermittelbare Lösung.

Ilse und Willi Heil

Bensheim

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