Bensheim

Mittwochssportler Am 12. Januar Neujahrskonzert mit der Philharmonie Merck für einen guten Zweck

Musikalischer Auftakt mit Gold und Silber

Archivartikel

Bensheim.Die „durchtrainierten Herren“ der Mittwochssportler denken schon seit einiger Zeit darüber nach, warum sie eigentlich vor zehn Jahren begonnen haben, die Neujahrskonzerte der Deutschen Philharmonie Merck in Bensheim zu veranstalten. Denn der Vereinszweck ist die körperliche Ertüchtigung.

Gleichwohl scheint trotz des harten Trainings noch genügend überschüssige Energie zu verbleiben, um über all die Jahre ein solches kulturelles Ereignis mit eigenen Kräften zu planen, durchzuführen und dabei vor allen Dingen den caritativen Gedanken nicht aus den Augen zu verlieren.

Und so können sich die Konzertbesucher auf Samstag, 12. Januar, um 20 Uhr im Parktheater auf das zehnte Neujahrskonzert mit der Deutschen Philharmonie Merck, einem der leistungsfähigsten freien Orchester des Landes freuen, zumal das Orchester unter dem neuen Chefdirigenten Ben Palmer noch flexibler und versierter in Stilfragen geworden ist und dabei seine Klangqualität weiterentwickelt hat.

Das Neujahrskonzert, das unter dem Titel „Auftakt 2019 – Gold und Silber“ steht, macht sich dabei den Namen des Walzers „Gold und Silber“ op. 79 von Franz Lehár (1870 bis 1948) zu eigen, der wiederum auf die Metamorphosen des altrömischen Dichters Ovid anspielt.

Mit einem Schlag weltberühmt

Als erstes kam das goldene Zeitalter, dann das silberne und dann ging es bergab. Übertragen auf die Musik, genauer auf die Operette, heißt das: Lehárs Kunst überschattete all die zeitgenössischen Erscheinungsformen auf dem Gebiet der leichten Muse. Seine Musik ist ein Nachklang auf die große Epoche der klassischen Wiener Operette und der Wiener Walzer. So wie Johann Strauß Sohn (1825 bis 1899) das „goldene Zeitalter“ repräsentierte, so Lehár das „silberne“ des beginnenden 20. Jahrhunderts.

Beide Komponisten sind einander folgende Hauptvertreter ein und derselben Richtung, der leichten Musik, ohne dass zwischen ihnen eine Artverwandtschaft besteht. Folglich darf man auf die musikalische Interpretation von Ouvertüren zu Lehárs Operetten und seinen Walzern freuen, unter anderem auf den Walzer „Ballsirenen“ aus der „Lustigen Witwe“, jener Operette, die Lehár mit einem Schlag weltberühmt machte.

Auch wenn Lehár aus dem ungarisch-österreichischen Militär-Kapellmeistertum kam, so findet seine Musik immer wieder eine geniale Balance zwischen Zündend-Militärischem und traumhafter Sentimentalität. Eingebettet ist der „silbrige“ Lehár von Walzern, Polkas und Märschen von Johann Strauß Sohn, dem Wiener Klassiker, der mit seiner genialen Kompositionskunst einen Teil des österreichischen Wesens musikhistorisch geprägt hat. Das Publikum darf gespannt sein, welche Kompositionen Dirigent und Orchester aus der 479 Werke umfassenden Strauß’schen Hinterlassenschaft ausgewählt haben.

Am Beginn des Konzerts steht ebenfalls ein Opus mit unzweifelhaftem Goldstatus: Beethovens (1770 bis 1827) zweite Sinfonie D-Dur op. 36, ein helles, besinnlich-heiteres und strahlendes Werk. Hatte früher der krasse Gegensatz zwischen dieser Musik und dem an seine Brüder adressierten sogenannte Heiligenstädter Testament vom Oktober 1802, in dem Beethoven in erschütternder Weise von den Folgen seiner zunehmenden Ertaubung berichtete, für unglaubliche Verwunderung gesorgt, so geht die Musikforschung heute davon aus, dass die Arbeit an der Sinfonie zu diesem Zeitpunkt bereits weitgehend abgeschlossen war.

Dank an alle Unterstützer

Die Mittwochssportler danken allen Sponsoren für die Unterstützung. Alle Erlöse gehen an das Bensheimer Netz und die Bensheimer Tafel. Anlässlich des zehnjährigen Jubiläums haben die Mittwochssportler das Orchester zu einem kleinen Stehempfang eingeladen. Vielleicht wird der Vereinsvorsitzende Achim Weidmann in seiner Begrüßung darüber berichten, wie die Mittwochssportler „zum Kind“ kamen. red

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