Bensheim

Haus am Markt Vereinigung äußert sich zur aktuellen Entwicklung

„Mutbürger“ fordern Richters Rücktritt

Bensheim.Die „Vereinigung der mutigen Bürger“ hat sich zum Entschluss von Bürgermeister Rolf Richter geäußert, die bisherigen Neubaupläne für das Haus am Markt zu stoppen. „Dass der Bürgermeister jetzt die Reißleine zieht, ist gut. Er war es aber, der das alte Haus am Markt unbedingt abreißen und ein Neues bauen wollte“, schreiben die „Mutigen Bürger“.

Er habe die Stadtverordneten zu den Entscheidungen massiv und mit aller Kraft getrieben. Die Ursache seines Umdenkens sei aber nicht seine Einsicht, wie er es darstelle, sondern, dass einige Stadtverordnete, die mit in der Verantwortung stehen, „sich scheinbar endlich eigene Gedanken machen und sich trauen, nicht mehr wie Lemminge hinter dem Bürgermeister herzulaufen“.

Kritische Stimmen seien vom Bürgermeister und dem Ersten Stadtrat Helmut Sachwitz ständig abgebügelt worden. Bei den Samstagsbefragungen in der Stadt habe sich die „übergroße Mehrheit“ der von der Vereinigung befragten Bensheimer für den Erhalt des Hauses am Markt ausgesprochen. Bei der letzten Befragungen ging es um eine kreative Denkpause. Dabei hätten sich 95 Prozent dafür und gegen einen Neubau ausgesprochen.

Zwar seien die Stadtverordneten und der Bürgermeister gewählt worden, sie sollten aber die Interessen der Bürger vertreten und nicht ihre eigenen, so die „Mutbürger“. Es entspreche der Logik, dass jede gefasste Entscheidung oder jeder Beschluss trotzdem immer wieder überprüft werden müsse, da es ständig neue Erkenntnisse gebe. Wer das nicht tue, sondern sich nur auf einmal Festgelegtes berufe, handele gegen jegliche Logik und wider besseren Wissens. Der wirtschaftliche Schaden sei enorm. Ein intaktes Gebäude sei abgerissen worden, obwohl die Mehrheit der Bürger dagegen gewesen sei, meinen die „mutigen Bürger“. Sicherlich seien enorme Vorkosten zur Planung des neuen Gebäudes entstanden. „Wir fordern den Bürgermeister auf, diese Kosten zu veröffentlichen. Es ist unser Steuergeld, das verschwendet wurde“, betont die Vereinigung.

„Koalition hat sich treiben lassen“

Erst durch den „unermüdlichen Einsatz der Vereinigung der mutigen Bürger“ und die Motivation der Bensheimer habe der Bürgermeister nachgegeben. Das Tragische dabei sei, dass die Stadtverordneten der CDU, der GLB und BfB sich vom Bürgermeister so hätten treiben lassen, obwohl einige eine andere persönliche Meinung gehabt hätten.

Dass der Herr Bürgermeister jetzt ohne Rücksprache mit den Stadtverordneten die damaligen Beschlüsse kippt, sei ebenfalls bezeichnend. „Wir nennen so etwas Verrat“, kommentiert Edbill Grote, der Gründer der Vereinigung.

Das Tandem Richter/Richter (Bürgermeister Rolf Richter und MEGB-Geschäftsführer Helmut Richter) sei für Bensheim eine Katastrophe. Die MEGB könne als GmbH nahezu machen, was sie will. „Wir Bürger erfahren fast nichts darüber, haften jedoch voll für die MEGB, deren Handlungen und Schulden. Deshalb fordern wir eine Offenlegung und die Möglichkeit zur Einsicht für Bürger. Unserer Ansicht nach ist der Bürgermeister für unsere Stadt untragbar geworden. Aus den genannten Gründen fordern wir seinen Rücktritt“, so die Vereinigung abschließend. red

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