Bensheim

Amtsgericht Familienvater muss hohe Geldstrafe zahlen

Nacktfotos an Freund des Sohns versendet

Bensheim.Weil er dem 15 Jahre alten Schulfreund seines Sohnes drei Nacktfotos und zwei ähnliche Videos in eindeutigen Positionen von sich aufs Handy geschickt hat, muss ein 41-jähriger Bensheimer eine Geldstrafe von 1800 Euro (90 Tagessätze à 20 Euro) zahlen. Strafrichter Rainer Brakonier verurteilte den geständigen Angeklagten wegen Verbreitung pornografischer Schriften. Der Gesetzgeber sieht für derlei Straftaten Freiheitsstrafen bis zu einem Jahr oder Geldstrafen vor.

Der geschiedene, zweifache Familienvater, der sich vor Gericht als bisexuell bezeichnete, ist mehrfach vorbestraft, unter anderem wegen schweren Missbrauchs eines Kindes, Diebstahls, Betrugs und Verstoßes gegen das Waffengesetz. Die Taten liegen einige Jahre zurück.

Er habe „irrtümlich gehandelt, weil ich angenommen habe, der Junge seit älter“, erklärte der Täter und fügte hinzu: „Ich habe ihn nicht gezwungen.“ Der Empfänger der verfänglichen WhatsApp-Nachrichten, ein heute 16 Jahre alter Schüler aus Viernheim, gab an, zunächst neugierig gewesen zu sein, dann aber die Ex-Frau des Angeklagten informiert zu haben. Diese schaltete die Polizei ein. „Ich fand das nicht so gut“, gab der Jugendliche zu Protokoll. Er selbst habe keine Bilder von sich versandt.

Staatsanwältin empfiehlt Therapie

Staatsanwältin Susanne Deltau empfahl dem 41-Jährigen, sich in therapeutische Behandlung zu begeben und beantragte eine hohe Geldstrafe. Verteidiger Werner Bauer bat um eine maßvolle Bestrafung seines Mandanten, da dem Zeugen „kein größerer Schaden entstanden ist“. gs

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