Bensheim

Hilfsaktion Connie Reimann sucht Ehrenamtliche als Lehrer in Namibia

Nähschule das nächste Projekt

Archivartikel

Bensheim.Über das Meer nach Afrika schipperte auch eine Ladung Nähmaschinen. Connie Reimann braucht sie, um ihr neues Projekt umsetzen zu können. Sie will eine Nähschule gründen für Mädchen, die ihren Schulabschluss nicht geschafft haben. „Wir können ihnen so eine Berufsausbildung ermöglichen“, betont die ehemalige Schwanheimerin.

Platz für acht Azubis

Platz für acht Auszubildende wäre vorhanden – und zwar in den Räumen der ehemaligen Kita auf ihrem Farmgelände in Grootfontain in Namibia. Was die 54-Jährige dringend benötigt, sind ehrenamtliche Helfer, die den jungen Frauen zehn Wochen lang Grundkenntnisse im Nähen beibringen.

Ihre eigenen Fertigkeiten würden ausreichen für einen solchen Kurs, aber auch der Tag von Connie Reimann hat nur 24 Stunden. Wer einen Trip nach Afrika mit einer leichten ehrenamtlichen Lehrtätigkeit verbinden möchte, ist ihr deshalb sehr willkommen. Der Haken: Zahlen kann sie nichts. „Es müsste alles auf eigene Rechnung erfolgen.“ Erfolgreich war sie mit einem solchen Modell bereits. Einige Mal schon haben deutsche Touristen ihre Rundreise unterbrochen, um bei den Reimanns mit anzupacken. Sogar 25 Dachdecker aus Bayern, die von ihrem Chef einen Firmenurlaub spendiert bekamen, konnte sie motivieren, in ihrer Freizeit auf afrikanische Dächer zu steigen.

Die Nähschule ist für die Auswanderin der nächste logische Schritt nach Kindergarten und Schule und ein wichtiger Beitrag, um den Mädchen zu mehr Selbstständigkeit und Selbstvertrauen zu verhelfen. Gelingt es, das Vorhaben zu etablieren, soll mittelfristig aus der Nähschule eine Kleiderfabrik erwachsen. Ein entsprechender Antrag bei der Regierung wurde gestellt, jetzt wartet man auf die Zertifizierung als Akademie für Bekleidungsfertigung.

Stillstand ist für die Bergsträßerin, die schon in der alten Heimat neben ihrem Beruf viel für das Ehrenamt – beispielsweise als Übungsleiterin in diversen Sportvereinen – geleistet hat, keine Option. Dabei weiß sie, dass sie sich auf ihre Freunde und Bekannten in Deutschland verlassen kann.

„Wir haben eine große Vertrauensbasis“, sagt sie vor allem mit Blick auf Gabi und Michaela Stief, die von Mörlenbach aus sicherstellen, dass es in Namibia nicht an Nachschub mangelt. Wie sich das Engagement vor Ort auswirkt, darüber können sich Mutter und Tochter in ein paar Monaten selbst ein Bild machen. Über Weihnachten ist eine Reise nach Namibia fest eingeplant. dr

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