Bensheim

Historische Mitte Bensheim Gruppe um Tim Oberkirch beschäftigt sich nach der Gründung mit den Fachwerkhäusern am Marktplatz

Neue Initiative will die Altstadt bewahren

Archivartikel

Bensheim.Unter der Leitung des Bensheimers Tim Oberkirch (24) hat sich die Gruppe „Historische Mitte Bensheim” gegründet. Diese hat sich nach eigenen Angaben zum Ziel gesetzt, die Altstadt Bensheims zu bewahren, aber auch Missstände aufzuzeigen.

Ein besonderes Augenmerk lege der junge Chemiestudent auf die nördliche Zeile des Marktplatzes, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Interesse für den Erhalt historischer Bausubstanz habe Oberkirch jedoch schon seit vielen Jahren.

„Der Erhalt von Altstädten und alten Gebäuden ist keine Selbstverständlichkeit. In Bensheim ging durch Abriss und Zerstörung eine Menge historisch gewachsene Bausubstanz verloren. Dementsprechend gilt es, die erhaltenen Gebäude zu pflegen und bewahren. Wenn man sich die schönen sanierten Fachwerkhäuser der Altstadt anschaut und dann die Häuser des nördlichen Marktplatzes sieht, fragt man sich schon, ob diese Gebäude in fünf Jahren noch stehen, oder abgerissen werden müssen. Der Eigentümer hätte längst handeln müssen oder eine realistische Verkaufssumme anbieten müssen”, meint Oberkirch.

In der Social-Media-Gruppe, die in kurzer Zeit 200 neue Mitglieder erreicht hat, wurde am Samstag eine Aufforderung an die Bensheimer Parteien-(Vertreter) gepostet, sich „diesem leidigen Thema zur Kommunalwahl anzunehmen“. In anderen Städten, etwa in Gießen, habe dies auch erfolgreich funktioniert.

„Es handelt sich beim ehemaligen Schuhhaus Weikert um eines der ältesten Gebäude der Stadt. Leider ist die Diskussion um die Bensheimer Nordzeile durch den Abriss des benachbarten Hauses am Markt komplett in den Hintergrund gerückt. Die Zeit arbeitet für den Eigentümer und gegen die Gebäude”, so ein Gruppenmitglied. Innerhalb der neuen Gruppe ist man sich indes einig: Durch die „Blockadehaltung in den Gremien“ wird der Zustand der Gebäude nicht besser. Im Gegenteil, die Zeit arbeite gegen die Fachwerkbauten. Es müsse dringend eine Lösung her.

Appell an die Parteien

Oberkirch appelliert daher an die Parteien, als auch den Eigentümer, sich erneut mit einer Sanierung oder einem Verkauf der Gebäude zu befassen. Der Organisator der Gruppe plane auch Themen, wie etwa das Neumarkt-Center oder die Werkmeister-Gebäude, im neuen Jahr stärker öffentlich zu thematisieren, „um das Bild der Bensheimer Innenstadt zukünftig schöner zu gestalten“, heißt es abschließend.

Über die in Privatbesitz befindlichen denkmalgeschützten Fachwerkhäuser ist in den vergangenen Jahren ausführlich kommunalpolitisch diskutiert worden. Die Stadt hatte ein Kaufangebot hinterlegt, zu einem Abschluss kamen die Verhandlungen letztlich nicht.

Im Herbst setzte sich das Stadtparlament damit erneut auseinander. Die Grüne Liste forderte per Antrag, ein Instandhaltungsgebot für die Gebäude zu erlassen und Mittel in den Haushalt 2021 einzustellen. Dafür gab es jedoch keine Mehrheit. Stattdessen soll weiterhin der Denkmalschutz versuchen, eine Lösung für die verfahrene Situation zu finden. red

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