Bensheim

Freundeskreis Amersham Beim Whisky-Tasting im Wappensaal wurden 8 schottische Proben verkostet

Noten von Torf, Heidekraut und Seetang

Bensheim.Der Freundeskreis Amersham organisiert seit nunmehr 15 Jahren immer im November ein Whisky-Tasting – und das mit großem Erfolg. Auch ohne Werbung ist diese Veranstaltung immer rasch ausgebucht.

Am Samstagabend wurden die Gäste im Wappensaal des Dalberger Hofs von rauchig-torfigen Düften empfangen. Waltrud Ottiger, die Vorsitzende, begrüßte die Stammgäste sowie einige Neulinge in der Runde. Sie gab einen kurzen Überblick auf das kommende Jahr, in dem das 40-jährige Bestehen der Freundeskreise „hibbe und dribbe“ mit zahlreichen Veranstaltungen gefeiert wird.

Der Moderator des Abends Marc Weiser lud mit acht Proben Single-Malt zu einer Reise durch Schottland mit den verschiedenen Destillerien ein. Bereits mit dem ersten Schluck eines 14 Jahre alten „Caribbean Cask“ von der Balvenie Distillery befanden sich die Gäste mitten in Dufftown in Schottland. Weiser erzählte anschaulich die Firmengeschichte von Balvenie, die von W.J. Grant gegründet wurde. Glennfiddich gehört auch zum Firmenimperium, mittlerweile ist noch eine dritte Brennerei dort ansässig.

Glen Scotia ist sowohl der Name einer schottischen Whiskybrennerei als auch deren Single Malt Whisky. Probiert wurde ein Vintage 2000, der mit 46 Prozent Alkohol abgefüllt, nicht gefärbt und kühlgefiltert wird. Er wurde von Glen Scotia in der eigenständigen Whiskyregion Campbeltown auf der Halbinsel Kintyre hergestellt.

58 Prozent Alkohol

Bereits bei der dritten Probe – einem Wolfburn „Langskip“ – war mit 58 Prozent der hochprozentigste Whisky des Abends erreicht. Er ist benannt nach den Langschiffen der Wikinger und stammt aus der neuen Wolfburn Brennerei. Diese befindet sich in den nördlichen Highlands und wurde im Januar 2013 in Betrieb genommen.

Whisky wird in der Regel mit 63,5 Prozent Alkohol in die Fässer zur Lagerung abgefüllt. Mit der Lagerung über viele Jahre verliert der Whisky in der Regel an Alkoholstärke, da der Alkohol durch die Fasswand entweicht. Gleichzeitig nimmt der Whisky Inhaltsstoffe aus dem Holz auf, was ihm einen Teil seines Aromas verleiht. Bei der Abfüllung hat der Whisky in der Regel nur noch 50 bis 60 Prozent Alkohol. Auch hier sind die Geschmacksknospen auf der Zunge und im Mundraum noch beeinträchtigt, so dass zum Geschmacksempfinden verdünnt werden kann.

Ein Schluck Wasser im Mund

Der Tipp des Fachmanns an die Gäste: Einen Schluck Wasser im Mund anwärmen und dann in etwa die doppelte Menge Whisky dazu zu trinken, führe zu einer ungeheuren Geschmacksexplosion im Mund.

Glengoyne ist eine Whiskybrennerei in den Campsie Hills in den südlichen Highlands. Hier wird bereits seit über 200 Jahren Whisky hergestellt, zunächst wegen der hohen Steuern illegal, nach Wegfall der Steuern legalisiert. Glengoyne ist eine der wenigen Brennereien, die sich in unabhängigen schottischem Familienbesitz befinden.

Nach dem vierten Probenglas gab es eine Pause, die Gäste konnten sich an dem reichhaltigen Büfett mit Sandwiches, Wurst, Käse und Spießen stärken und die Grundlage für den Rest des Abends schaffen.

Die nördlichste Whisky Brennerei Schottlands ist Highland Park, sie ist in Kirkwell auf der Orkney-Insel Mainland. Die Brennerei gehört zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Orkney-Inseln. Der verkostete „Wings of the Eagle“ schmeckte leicht süß mit Noten von Heidekraut, Torf, Seeluft und Honig.

Glendronach „Cask Strength Batch 7“ – mit 57,9 Prozent der zweithöchste Alkohol-Gehalt an diesem Abend – wurde in Oloroso- und Pedro-Ximenez-Sherryfässer gelagert. Das bescherte ein intensives Geschmackserlebnis.

Ursprung des Torf-Geschmacks

Marc Weiser erläuterte, dass der torfige Geschmack einiger Proben nicht etwa vom Quellwasser kommt, sondern ausschließlich vom Malzvorgang über den Torffeuern herrührt.

Von der schottischen Insel Islay aus der Brennerei Caol Ila wurde ein 18-jähriger Single Malt verkostet. Er hat ein Aroma von Eichenholz, Torf und Seetang, sein Geschmack ist rund und mit kräftigem Holz- und Torf-Nachgeschmack.

Der torfige Geschmack des Kilchoman Sanaig lässt sich darauf zurückführen, dass auch dieser Whisky von der Insel Islay stammt. Gelagert in Ex-Bourbon und Oloroso-Sherryfässern ist der Geschmack von Torf, Zitronen und Karamell bestimmend.

Bevor der Abend zu Ende ging, informierte Robin Steel über die Pläne für das Whisky-Tasting des Freundeskreises im kommenden Jahr. Es sollen Whisky-Proben dabei sein, die mit den Jahreszahlen der Partnerschaft zu tun haben. red

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