Bensheim

Müllabfuhr

Öffentliche Straße wird vom ZAKB abgehängt

Archivartikel

Mitten in der größten Stadt des Kreises Bergstraße wird eine Straße mit zwei öffentlichen Stichstraßen, die 1977 von der Stadt Bensheim geplant wurden, mehr und mehr abgehängt. Um die Arbeit der Müllabfuhr zu erleichtern, bringen wir unsere Mülltonnen seit Jahrzehnten an zwei bis zum 30 Meter vom Grundstück entfernte Abholplätze.

Doch jetzt sollen die Müllfahrzeuge nicht mehr rückwärts fahren. Vielmehr soll – unter Mithilfe der Verkehrsbehörde der Stadt – ein offizieller Sammelplatz für die Mülltonnen entstehen: auf einem bis zu 93 Meter entfernten, zwölf Höhenmeter tiefer gelegenen bisher öffentlichen, mit Anliegerbeiträgen geschaffenen Parkplatz.

Zu dieser neuen Situation gibt es keine veränderte Verkehrssituation oder Rechtslage. Die Straßen sind noch so wie von der Stadt vor über 40 Jahren geplant. Die entsprechenden Unfallverhütungs- und Straßenverkehrsvorschriften geben für die inakzeptable Verschlechterung keine Grundlage. Sicher ist nur das Interesse, die Touren zu beschleunigen. Eine vorherige Information oder Anhörung der Anwohner erfolgte nicht. Die Anwohner haben dem ZAKB (Zweckverband Abfallwirtschaft Kreis Bergstraße) mitgeteilt, dass sie diese Veränderung nicht akzeptieren. Eine Antwort auf die Einsprüche haben wir auch nach drei Monaten nicht erhalten. Lediglich das einbetonierte Straßenschild blieb bisher verhüllt.

Am 23. Januar erfolgte stattdessen eine weitere Mitteilung des ZAKB mit einer faktischen Gebührenerhöhung auf nunmehr 739,22 Euro. Falls man nicht dazu in der Lage sei, diese körperliche Leistung zur Nutzung des Sammelplatzes zu erbringen, wird ein Holservice pro Tonnenleerung für 13 Euro angeboten. Mindestgebühr 206,22 Euro + (10+18+13 Leerungen x 13 €) = 739,22 Euro.

Alternativ könnte man uns abschließbare Mülltonnen dauerhaft auf dem Sammelplatz anbieten. Auch das werden die Anwohner nicht akzeptieren. Man kann sich vorstellen, welche körperliche Leistung beim Abbremsen einer bis zu 100 Kilo fassenden Papiertonne auf den starken Gefällstrecken notwendig ist. Für diese den Anwohnern abverlangte zusätzliche Leistung erfolgt kein Entgegenkommen des „Dienstleisters“ ZAKB.

Unser Wohngebiet scheint nur der Anfang zu sein. Weitere Straßen könnten folgen. Im aktuellen Bericht des ZAKB steht, dass eine Unternehmensberatung beauftragt wurde, insgesamt 1088 Rückwärtsfahrstraßen zu überprüfen. Davon seien 301 Straßen in der roten Risikogruppe erfasst.

Erika Hammer

Bensheim

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