Bensheim

Konzert Proben-Endspurt für das große OpernAir am Samstag im Fürstenlager / Opernmelodien statt geistlicher Musik

Opernchor feilt an letzten Feinheiten

Bensheim.Opernmelodien schallen aus dem Saal des Pfarrzentrums von Sankt Georg. Wo sonst vor allem Kirchenmusik einstudiert wird, stehen momentan Chöre von Wagner und Verdi auf der Tagesordnung. Für rund 60 Sängerinnen und Sänger ist Endspurt angesagt: Der Projektchor probt für das große OpernAir am kommenden Samstag (15.) im Auerbacher Fürstenlager und feilt an letzten Details.

Längst sitzt jeder Ton, am Ende geht es vor allem um Einsätze, Übergänge und andere Feinheiten, die am Konzertabend sofort abrufbar sein müssen. „Die letzten fünf Prozent der Probenarbeit“, erklärt Regionalkantor Gregor Knop, der die ausgewählten Stücke seit Ende April mit dem Chor einübt. Die künstlerische Gesamtleitung teilt er sich beim OpernAir mit Bart Berzonsky, Dirigent des Collegium Musicum Bergstraße. Das auf symphonische Größe verstärkte Orchester begleitet den Chor auf der Bühne.

Begeistert von der Musik

„Die Sänger sind begeistert von der Musik“, so Gregor Knop nach der jüngsten Probe. Etwa zwei Drittel der rund 60 Frauen und Männer stammen aus dem Kammerchor Sankt Georg, sind also in der Regel eher mit geistlicher Musik befasst. Mal ein ganz anderes Repertoire aus der Welt der Oper einzustudieren, ist laut Knop eine spannende Erfahrung – auch für ihn selbst. Hier gehe es vor allem um „große Wirkung und große Emotionen“.

Sechs Werke wird der Chor am Samstag auf der großen Bühne vor dem Herrenhaus singen – teils alleine, teils gemeinsam mit Solisten. Aus Wagners „Tannhäuser“ ist das etwa der Chor „Einzug der Gäste“, aus Tschaikowskys Oper „Eugen Onegin“ der Schnitterchor und aus „Macbeth“ von Verdi „Patria oppressa“. Da kommt auch der Regionalkantor ins Schwärmen: „Tolle, richtig dichte Musik“, sagt er über das Programm. Das reicht von witzig-amüsant (Lortzing) über bedrückend (Verdi) und melancholisch (Tschaikowsky) bis großartig-komplex (Wagner). „Der Funke ist jetzt da“, bescheinigt Knop seinen Sängerinnen und Sängern großen persönlichen Einsatz.

Drei namhafte Solisten

Für die Solo-Parts wurden drei namhafte Solisten engagiert: Julie Davis (Sopran), Reto Rosin (Tenor) und Tito You (Bariton).

Julie Davies, internationale Konzertsopranistin aus Kalifornien, ist rund um den Globus als Sängerin unterwegs. Das Bensheimer Publikum hat sie bereits beim ersten OpernAir 2014 im Rahmen des Hessentags beeindruckt. Am Samstag singt sie unter anderem die Arien „Dich, teure Halle“ aus „Tannhäuser“ und „Mi chiamano Mimi“ aus „La Bohème“.

Der Tenor Reto Raphael Rosin studierte an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart und schloss mit dem künstlerischen Aufbaustudium ab. Sein Bühnendebüt hatte Rosin noch während des Studiums 1999/2000 an der Staatsoper Stuttgart, seine künstlerische Tätigkeit führt ihn weltweit in zahlreiche Musikzentren. Er hat bereits bei beiden vergangenen „OpernAir“-Veranstaltungen mitgewirkt.

Erstmals dabei ist Tito You: Der gebürtige Koreaner studierte in Seoul und in Mailand. Er begann seine Laufbahn im Jungen Ensemble der Bayerischen Staatsoper in München, wo er unter anderem mit Dirigenten wie Zubin Mehta und James Levine zusammenarbeitete. Er war viele Jahre Ensemblemitglied an der Staatsoper Stuttgart, davor an den Staatstheatern von Darmstadt und Kassel tätig.

Moderiert wird das „OpernAir“ erneut von Konrad Beikircher. Er gilt als das Urgestein des intelligenten deutschen Kabaretts, ist Musikwissenschaftler, Diplom-Psychologe und schrieb mehrere heitere Opernführer. Geboren in Südtirol ist er überzeugter Rheinländer und begeisterte bereits vor zwei Jahren das Publikum mit seiner anregenden und heiteren Moderation.

Neben den Protagonisten auf der Bühne kommt dem Fürstenlager am Samstag ebenfalls eine Hauptrolle zu. Die bezaubernde Kulisse des Staatsparks – die Besucher nehmen direkt auf der Herrenwiese auf Picknickdecken Platz – trägt maßgeblich zum musikalischen Sommervergnügen bei. Auch der Wetterbericht verheißt für das Wochenende Gutes: Es könnte einmal mehr ein lauer Konzertabend unter freiem Himmel werden. cim

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