Bensheim

Musiktage Abschlusskonzert am 24. November in der Stadtkirche von Sankt Georg

Oratorienchor singt Mozart-Requiem

Archivartikel

Bensheim.Der Oratorienchor Bergstraße führt am Sonntag, 24. November, unter der Leitung von Konja Voll um 17 Uhr in der katholischen Stadtkirche von Sankt Georg das Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart auf.

Davor erklingt am Anfang des Konzertes eine weitere berühmte Chorkomposition Mozarts, die „Vesperae solennes de Confessore“ von 1780.

Diese Vertonung des abendlichen Stundengebetes der katholischen Kirche wurde von Mozart durch die Hinzuziehung von Pauken und Trompeten besonders festlich orchestriert, im Titel ersichtlich durch das lateinische Attribut „solennes“ .

Mit Pauken und Trompeten

Die Bezeichnung „de Confessore“ weist darauf hin, dass das Werk für den Gedenktag eines „Bekenners“, eines Heiligen oder kirchlichen Würdenträgers, bestimmt war. Mozarts Vesperae bestehen aus fünf Psalmvertonungen und einem abschließenden Magnificat. Besonders bekannt ist der fünfte Satz, der gelegentlich auch einzeln aufgeführt wird: „Laudate Dominum“ für Sopransolo, Chor, zwei Violinen und Basso Continuo.

Der strahlende und heitere Charakter der „Vesperae solennes de Confessore“ stellt einen Gegensatz dar zu den eher wuchtigen Klängen von Mozarts Requiem in d-Moll im zweiten Teil des Konzertes. Dieses Werk und Giuseppe Verdis Vertonung der Totenmesse („Messa da Requiem“), die der Oratorienchor im letzten Jahr aufgeführt hat, sind wohl die berühmtesten Requiem-Vertonungen überhaupt.

Mozarts Komposition stammt aus einer früheren Epoche, ist deutlich kürzer und kommt mit einem wesentlich kleineren Orchester aus, ist aber nicht weniger dramatisch und ergreifend in der Auseinandersetzung mit der Endlichkeit menschlichen Lebens.

Im Orchester fehlen die hohen Holzbläser ganz, der Orchesterklang wird bestimmt durch den dunkleren Ton der zwei Bassetthörner. Der vierstimmige Chor steht im Vordergrund, rein instrumentale Partien fehlen fast völlig, die vier Vokalsolisten singen hauptsächlich im Ensemble. Arien fehlen ganz, was durchaus zu einer Intensivierung und inhaltlichen Geschlossenheit beiträgt.

Einen Unterschied zu Verdis Requiem stellt der Schluss von Mozarts Totenmesse dar: Während sich bei Verdi eine fast tonlose Bitte um Erlösung findet, bietet die Musik Mozarts dem Hörer einen triumphalen Ausblick auf die himmlische Herrlichkeit. Mozart starb während der Arbeit an seinem Requiem, am 5. Dezember 1791, kurz vor seinem 36. Geburtstag. Die zeitliche Nähe der Komposition zum Tod des Komponisten hat schon früh einer ausgeprägten Legendenbildung Vorschub geleistet.

Hochkarätige Solisten

Am bekanntesten ist wohl die Vorstellung, Mozart habe den Kompositionsauftrag von einem „grauen Boten aus dem Jenseits“ erhalten, oder die Behauptung, er sei einem Giftmord zum Opfer gefallen – alles nicht wahr, aber allemal nützlich im Dienste von Public Relations!

Das unvollendete Werk wurde auf Bitten von Mozarts Witwe von seinem Schüler Franz Xaver Süßmayr ergänzt und wird im Konzert des Oratorienchores in dieser Fassung aufgeführt.

Ein besonderes Klangerlebnis wird bei dieser Aufführung durch das Orchester möglich: Die „Churpfälzische Hofcapelle“ ist spezialisiert auf historische Aufführungspraxis und musiziert mit historischen Instrumenten und in historischer Stimmung.

Es wirkt außerdem ein hochkarätiges Solistenquartett mit: Claraliz Mora (Sopran), Ruth-Katharina Peeck (Alt), Wolfgang Klose (Tenor) und Oliver Pürckhauer (Bass). red

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