Bensheim

Fehlheim Gremium beschäftigte sich erneut mit dem Neubaugebiet / Straßenbeiträge in der verlängerten Kirchstraße sorgen für Unmut bei Anliegern

Ortsbeirat sieht Energiekonzept kritisch

Archivartikel

Fehlheim.Vor einigen Wochen hatte sich der Ortsbeirat im Zusammenhang mit dem Bebauungsplanverfahren für das Neubaugebiet Fehlheim-Nord mit der Erschließungsplanung beschäftigt. In der jüngsten Sitzung des Gremiums ging es um das in dem geplanten Baugebiet vorgesehene Energiekonzept, das hier umgesetzt werden soll. Hintergrund ist eine deutlichere Berücksichtigung klimaschützender Belange, um den Zielen des städtischen Masterplans 100 % Klimaschutz Rechnung zu tragen.

Zu entscheiden hatte das Gremium zunächst über die in der erneuten Offenlage des geänderten Bebauungsplans eingegangenen Stellungnahmen, aus der sich keine inhaltlichen Änderungen des Planentwurfs ergeben hatten. Diesen konnte der Ortsbeirat uneingeschränkt zustimmen.

Anders war das bei den Änderungen wegen des energetischen Konzepts, die eine erneute Offenlage erfordern. Die damit verbundene verbindliche Festsetzung der Errichtung von Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Wohngebäude geht dem Ortsbeirat zu weit. Zwar könne mit dem Bebauungsplan die Nutzung der PV-Anlagen nicht festgeschrieben werden, aber wenn man die Anlage schon auf dem Dach installieren müsse, wäre es ja widersinnig, sie dann nicht auch zu nutzen, so der Tenor des Gremiums.

Ein weiterer Punkt war die Vorhaltung einer Fläche für eine sogenannte Energiezentrale. Hier könnten Anlagen zur dezentralen Erzeugung, Verteilung, Nutzung oder Speicherung von Strom, Wärme oder Kälte aus erneuerbaren Energien oder Kraft-Wärme-Kopplung untergebracht werden.

PV-Anlagen nur freiwillig

Wie aus der Begründung der Verwaltung hervorgeht, plant die GGEW AG für das Neubaugebiet die Umsetzung eines innovativen klima- und ressourcenschonenden Energiekonzeptes, das ihr ermöglicht, den künftigen Eigentümern spezielle Angebote zur Energieversorgung und zu ergänzenden Dienstleistungen zu unterbreiten.

Nach Auffassung des Ortsbeirats werde durch diese Vorgaben die Entscheidungsfreiheit künftiger Eigentümer zu sehr eingeschränkt, weswegen Ortsvorsteher Rico Klos, sein Stellvertreter Lothar Mundt und Gudrun Hanselmann nur unter dem Vorbehalt ihre Ja-Stimmen gaben, dass die Errichtung von PV-Anlagen freiwillig erfolgen und auch die Energienutzung nicht an einen Anbieter gebunden sein soll. Ulrich Wetzel und Stefan Stötzel lehnten den Beschlussvorschlag ab.

Bei den einstimmig beschlossenen Haushaltswünschen handelte es sich um die jedes Jahr auf der Wunschliste stehenden Punkte wie Gestaltung des Kirchenvorplatzes, Grabenreinigung, Feldwegebau und Dorfgemeinschaftshaus sowie einen neuen Wunsch. Angeregt wurde die Einrichtung einer sogenannten Parkour-Anlage beim Waldspielplatz. Dabei handelt es sich um eine Anlage aus Treppen, Mauern, Rampen und ähnlichem, die von Jugendlichen ohne Hilfsmittel überwunden werden. Parkour ist eine in Frankreich entwickelte Jugendkultur beziehungsweise Trendsportart.

Thematisiert wurde von Ortsvorsteher Rico Klos eine Anliegerproblematik an der verlängerten Kirchstraße. 38 Jahre lang hielten es die Anwohner hier ohne Straßenbeleuchtung und ohne Befestigung des Weges („das letzte Dreckloch von Fehlheim“, so eine Anwohnerin) aus. Jetzt wurde die Straße bis zum Ende der Bebauung ausgebaut, doch mit finanziellen Folgen, die von den Anliegern so nicht zu erwarten waren. Denn entgegen der ursprünglichen Information wurden bei der Berechnung der Kostenaufteilung drei unbebaute Grundstücke nicht eingerechnet. Warum sie aus der Kostenrechnung rausgefallen sind, ist nicht bekannt.

Für die Anlieger hat das zur Folge, dass eine Summe zwischen 60 000 und 80 000 Euro zusätzlich bei ihnen hängenbleibt. Bei den aus der Berechnung rausgefallenen Grundstücken handelt es sich um die gegenüber liegende Grünfläche. Dem Vorschlag von Ortsvorsteher Klos, diese Fläche zur Bebauung freizugeben, um die Anlieger zu entlasten, schlossen sich vier der fünf Ortsbeiratsmitglieder an. Ulrich Wetzel enthielt sich der Stimme. Er zeigt zwar Verständnis für das Problem der Anlieger, befürchtete aber, damit das Tor für eine weitere Bebauung zu öffnen.

Bekanntlich ist dieser Bereich von Fehlheim bei den Grünen ein hochsensibles Thema, denn insbesondere im Zuge des Neubaugebietes in Fehlheim erinnert gerade der Ortsbeirat Schwanheim immer wieder an die vor Jahren von der schwarz-grünen Koalition abgelehnte Umgehungsstraße.

Für Rico Klos wäre die Bebauung dagegen nur eine Vervollständigung dieses auf einer Seite bereits bebauten Straßenabschnittes und die einzige Möglichkeit, den Anliegern zu helfen.

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