Bensheim

Tierrechtsorganisation Kritik am Auftritt des Zirkus Knie in Bensheim

Peta fordert kommunales Wildtierverbot

Archivartikel

Bensheim.Die Tierrechtsorganisation Peta kritisiert den Auftritt des Zirkus Knie, der ab Dienstag (31.) mit zahlreichen Wildtieren wie Zebras, Löwen und Tigern in Bensheim gastiert. Peta wirft dem Zirkus vor, die Tiere einer regelrechten „Stresstournee“ auszusetzen.

Bei der aktuellen Tour verbringe der Zirkus im Schnitt lediglich vier Tage an einem Ort – mit nur einem Tag Pause zwischen den Gastspielen, heißt es in einer Pressemitteilung. Peta spricht von „gravierenden Missständen“ und „rücksichtslosem Umgang“ mit den Tieren und appelliert deshalb an den Magistrat der Stadt Bensheim, ein kommunales Wildtierverbot zu beschließen. Peta beruft sich hinsichtlich der insgesamt uneinheitlichen Rechtsprechung verschiedener deutscher Gerichte auf ein Gutachten aus dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR), wonach kommunale Wildtierverbote auch weiterhin zulässig seien, sofern gefährliche Tiere wie Tiger oder Löwen involviert sind.

Jährlich mehrere Dutzend Ausbrüche von Tieren im Zirkus, die teilweise zu Todesfällen oder Verletzten führten, würden die Notwendigkeit einer weitergehenden Regelung bestätigen.

Die Tierrechtsorganisation fordert ein grundsätzliches Verbot von Tieren im Zirkus. Einer repräsentativen Forsa-Umfrage vom Mai 2014 zufolge vertreten 82 Prozent der Deutschen die Auffassung, dass Wildtiere nicht artgerecht im Zirkus gehalten werden können.

„Keine rechtliche Grundlage“

Die Stadt Bensheim verweist auf Nachfrage auf die Gesetzeslage. Der Umweltausschuss des Bundestags hat im vergangenen Jahr abgelehnt, Wildtiere im Zirkus zu verbieten. Es könne kommunalrechtlich nicht verboten werden, was bundesrechtlich erlaubt sei.

Zuletzt hat sich die Bensheimer Stadtverordnetenversammlung mit dem Thema Wildtierverbot im Jahr 2012 beschäftigt. Damals hatte die Verwaltung mitgeteilt, dass ein Verbot rechtlich schwierig umzusetzen sei, weil es an der gesetzlichen Grundlage fehle.

Zirkus Knie selbst schreibt auf seiner Homepage unter anderem über seine Tierhaltung: „Alle Tiere in unserem großen rollenden Zoo entstammen nicht der freien Wildbahn, sondern sind seit Generationen in Zoos, Zirkusbetrieben oder Aufzuchtstationen zu Hause. Damit wir überhaupt mit unseren Tieren auf Reisen gehen dürfen, benötigen wir eine Genehmigung der Veterinärbehörde, die unseren Tierbestand in jeder Hinsicht und in jedem Gastspielort überprüft. Mit bis zu 50 Kontrollen durch die Veterinärbehörden im Jahr zählen wir zu den meistkontrollierter Tierhaltungsbetrieben in Deutschland.“ red

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