Bensheim

Gewerbegebiet Neubau eines Bürohauses samt Produktionshalle für 160 Mitarbeiter / Zweigniederlassung KSL bisher in Lorsch beheimatet

Pfaff mit Millionenprojekt im Stubenwald

Bensheim.420 Tonnen Stahl, 30 Kilometer Kabel und 15 000 Kubikmeter Erde, die auf einer Fläche von 12 000 Quadratmeter aufgefüllt werden müssen: Das Neubauvorhaben der Dürkopp Adler AG aus Bielefeld im Stubenwald ist alles andere als ein Standardprojekt.

Im Bensheimer Gewerbegebiet entsteht – wie bereits kurz berichtet – ein Bürohaus mit Produktionsgebäude für die Pfaff Industriesysteme und Maschinen GmbH Zweigniederlassung KSL aus Lorsch (früher KSL Keilmann). Pfaff ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Dürkopp Adler AG, die wiederum zur ShangGong Group Co. (Shanghai) gehört, die mit 3500 Mitarbeitern an 22 Standorten weltweit vertreten ist.

Erdbewegungen gab es auf dem weitläufigen Gelände schon seit einigen Wochen, am Donnerstag stand nun der symbolische Spatenstich an. Mit der zehn Millionen Euro teuren Investition schafft das Unternehmen nach eigenen Angaben die Voraussetzung für eine weitere Expansion der unter der Marke KSL produzierten Hightech-System-Lösungen für die automatisierte Verarbeitung von technischen Textilien, Leder und Verbundstoffen (Composites).

Mitarbeiterzahl erhöht sich

Die Zahl der Mitarbeiter soll sich von momentan 100 auf 160 erhöhen. Nach der geplanten Fertigstellung Ende 2019 werden im Stubenwald moderne CNC-Nähautomaten, 3D-Nähroboter, Mehrnadelanlagen und vollautomatische Produktionsanlagen „im Kontext der immer stärker von den Kunden geforderten Fabrikautomation entwickelt, produziert und vermarket“, so Pfaff in einer Mitteilung.

Herzstück am neuen Standort ist das „Laboratory“, ein nach Auskunft der Gesellschaft in der Branche „einmaliges Kompetenzzentrum“, das als Schnittstelle der Kundenanfragen und der Robotertechnologien fungiert.

„Mit dem Neubau untermauern wir eindeutig, dass wir die Technologieführerschaft bei Automatisierung, CNC und Robotik weiter forcieren und ausbauen werden“, meint Alfred Wadle, Sprecher der Geschäftsführung der Pfaff Industriesysteme und Maschinen GmbH.

In Bensheim blickte außerdem Dietrich Eickhoff als Vorsitzender des Aufsichtsrats von Dürkopp Adler auf die ersten Gespräche vor rund einem Jahr zurück und konnte sich – wie er selbst sagte – einen kleinen Seitenhieb auf die Behörden und die Bürokratie in Deutschland nicht verkneifen. „In China ginge das alles schon nach einem Monat“, betonte er im Beisein von Zhang Min, dem Vorstandsvorsitzenden der ShangGong Group.

Wachstum und Innovationen

Er freue sich aber, dass es nun von Lorsch nach Bensheim gehe. Man wolle am Standort weiterhin Wachstum und Innovationen generieren. Man sei stolz, es so weit gebracht zu haben. Bürgermeister Rolf Richter erinnerte daran, dass man im Stubenwald eine besondere Vermarktungsstrategie verfolge, die unter anderem Logistikbetriebe ausschließt. „Die MEGB sucht hier passende Firmen aus. Dafür lassen wir uns bewusst Zeit, um sicherzustellen, dass die Unternehmen zueinander passen und zukunftsfähig sind.“ Es sei aber nun wieder ein schönes Zeichen, dass die Bagger rollen. Zumal im Lauf des Jahres weitere Ansiedlungen folgen sollen – durch Twinbusch und Immundiagnostik. „Es ist alles angerichtet für eine Erfolgsgeschichte“, zeigte sich Richter überzeugt. Als Generalunternehmer verpflichteten die Bauherren die Goldbeck GmbH. Dominik Stumpf als Leiter der Niederlassung Rhein-Neckar in Hirschberg skizzierte die Dimensionen das Projekts. Um den Boden für die Gebäude tragfähig zu machen, müssen 380 Tonnen Bindemittel eingefräst werden. Darauf kommen weitere 5000 Tonnen Schotter als Tragschicht.

Für den Neubau der Halle werden laut Stumpf 200 Betonfertigteile verwendet und 5200 Quadratmeter Dachblech sowie 2700 Quadratmeter Thermofassade verbaut.

Die Betonfertigteilstützen für die Halle sollen ab Mitte/Ende März montiert werden, mit den Treppenhäusern des Bürohauses soll Ende April begonnen werden, gab Stumpf die nächsten sichtbaren Schritte vor. Bis zum Ende des Jahres soll der Komplex stehen.

Der bisherigen Heimat in der Klosterstadt kehrt man allerdings nicht den Rücken. „Neben dem Neubau in Bensheim bleiben Betriebsteile am Standort Lorsch erhalten“, teilte Guido Jaeger, Geschäftsführer der Zweigniederlassung, auf Nachfrage mit.

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