Bensheim

Sankt Georg Konzert mit Werken von Bach, Telemann und Pisendel / Erlös für „Bensheim hilft“

Philharmonie Merck spielt

Bensheim.Wenn die Adventszeit beginnt, ist auch die Barockbesetzung der Deutschen Philharmonie Merck nicht weit. Dieses Wissen gehört zum Erfahrungsschatz der Bensheimer Musikfreunde. Zum neunten Mal treten die Profi-Musiker im Rahmen ihrer Adventskonzerte-Tournee in der Bensheimer Stadtkirche Sankt Georg auf. Das Konzert findet am Freitag, 14. Dezember, um 19.30 Uhr statt.

Wie in den Vorjahren hat das Ensemble unter Leitung der renommierten britischen Gast-Konzertmeisterin Margaret Faultless ein exquisites Programm zusammengestellt mit Kompositionen von Bach, Telemann und Pisendel. „Wer der alte Bach gewesen ist, weiß ich wohl“, schrieb im Jahre 1751 – ein Jahr nach Bachs Tod – ein hochachtungsvoller Johann Georg Pisendel an seinen Freund Georg Philipp Telemann.

Bach, Telemann, Pisendel, drei Barockmeister von Rang und Namen, die sich kannten, mehr noch, die sich schätzten und mit dem Werk und der Persönlichkeit des anderen vertraut waren. Zu Beginn des Konzerts erklingt Bachs Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068, deren Entstehungszeit um 1730 datiert wird. Bach verschmilzt hier Formen der französischen Ouvertüre, wie sie Jean-Baptiste Lully entwickelt hatte, mit Stilelementen der italienischen Opern-Sinfonia zur typisch deutschen Ausprägung der Orchestersuite, deren Vertreter vor allem Telemann und Händel sind.

Mit Trompeten und Pauken

Die Besetzung mit Trompeten und Pauken erinnern an den ursprünglich zeremoniellen Charakter der Ouvertüre. Von den vier Orchestersuiten Bachs sind die Nr. 2 h-Moll – wegen des hochvirtuosen Flötensolos in der Badenerie – und die Nr. 3 D-Dur mit der weltberühmten Air, als ruhigem, sinnlichem und besinnlichem Streichersatz besonders bekannt.

Obwohl Telemann von früher Jugend an bestrebt war, alle gebräuchlichen Instrumente zu erlernen, um über ihre Eigenarten und Verwendungsmöglichkeiten bestens Bescheid zu wissen, war es doch die Violine, auf die er sich spieltechnisch besonders konzentrierte. Als Konzert- und später Kapellmeister am Eisenacher Hof begann er, sich intensiv mit der Gattung des Violinkonzertes auseinanderzusetzen und verband dabei italienische Vorgaben mit französischen Elementen, um sie an sein eigenes Ideal eines melodiegesättigten und satztechnisch substanzreichen Konzertierens anzupassen.

Als städtischer Musikdirektor in Frankfurt und in den ersten Jahren seiner gleichen Tätigkeit in Hamburg baute er dieses Konzept weiter aus. Zwischen 1708 und 1735 dürfte der Kernbestand seiner über 20 erhaltenen Violinkonzerte entstanden sein. Dazu gehört auch das Konzert F-Dur für drei Violinen TWV 53: F1, das Wirkung von großer Originalität und einmaliger Schönheit entfaltet. Zudem erklingen von ihm die Ouvertüre und Conclusion B-Dur.

Pisendel war der überragendste deutsche Violinist seiner Zeit. Ab 1728 führte er die hoch angesehene Dresdner Hofkapelle. Er besaß offensichtlich die berufsspezifischen Eigenschaften, die für einen Konzertmeister unabdingbar sind und die ihn zu einem Orchestererzieher ersten Ranges gemacht haben. Komponisten wie Vivaldi widmeten ihm Konzerte. Als Komponist schuf er bedeutende Werke für die Violine, darüber hinaus ein überschaubares Werk für Holz- und Blechbläser. Als Schüler von Giuseppe Torelli ist seinem Konzert für zwei Oboen und Fagott Es-Dur noch der italienische Einfluss spürbar.

Der Spendenerlös aus dem Konzert fließt an den Verein „Bensheim hilft“, der damit die Finanzierung seiner Projekte sicherstellt. red

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