Bensheim

Kooperation Verein Wohn-Vision und Wohnbau Bergstraße setzten ein gemeinsames Projekt an der Vogelsbergstraße um

Pionierarbeit in der Weststadt

Archivartikel

Bensheim.Für den Verein Wohn-Vision Bergstraße ist es das erste Kooperationsprojekt seit seiner Gründung im Juni 2018: Gemeinsam mit der Genossenschaft Wohnbau Bergstraße werden demnächst zwei konventionelle Mehrfamilienhäuser an der Vogelsbergstraße bezogen. Voraussichtlich ab März nächsten Jahres sollen dort 19 gemeinschaftliche Wohnformen realisiert werden. Eigentümer, Bauherr und Vermieter ist die Wohnbau.

Bewohner werden Mitglieder des Vereins sein, so Vorsitzender Gerhard Vetter bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags. „Wir wollen zeitgemäße Wohnmodelle für Menschen aller Generationen auf lokaler Ebene anbieten.“ Die Wohn-Vision war im Kontext der Bürgerforen im Kreisgebiet entstanden, die vom Bürgernetzwerk Bergstraße angestoßen wurden. Parallel dazu nahm die zukunftsgerichtete, dialogisch organisierte Kreisentwicklungsstrategie „Vision Bergstraße“ an Fahrt auf. Beide Initiativen sind Partner des Vereins, der sich bald auch mit Architekturbüros und Bauträgern vernetzt hat.

1700 Quadratmeter

Die Premiere mit der Wohnbau-Genossenschaft kommentiert Vetter als „Pionierarbeit im Landkreis“. Es sei dies der erste Versuch, das Leitbild des Vereins in ein konkretes Projekt zu übersetzen. In der Bensheimer Weststadt entstehen in zwei Gebäuden acht sowie elf Wohnungen mit insgesamt 1700 Quadratmetern Fläche.

Die barrierefreien Einheiten selbst umfassen zwei bis vier Zimmer und sind zwischen 60 und 100 Quadratmeter groß. Im Erdgeschoss des Hauses mit der Hausnummer 10-12 sollen ein Pflege- oder Gästeapartment sowie ein Vereinsbereich untergebracht werden. Das andere Gebäude entsteht an der Vogelsbergstraße 2 und 4. Die Baukosten betragen rund 4,5 Millionen Euro.

Die Wohn-Vision sei auf die Genossenschaft zugekommen und habe ihre Vorstellungen artikuliert, so Wohnbau-Vorsitzender Gernot Jakobi. Er begrüße die Konzepte des Vereins, der moderne Wohnformen in einer noch wenig besetzten Nische zwischen normalen Wohnungen und klassischem Pflegeheim besetze.

Als Bauherr habe man dem Verein nun die erste Belegung der Häuser überlassen. „Wir werden mit Interesse schauen, wie es läuft“, so Jakobi. Aktuell hat die Wohnbau mehr als 2000 Wohnungen in ihrem Portfolio. Die Objekte in der Weststadt könnten der Beginn völlig neuartiger Formen des lokalen Zusammenlebens werden in einer Zeit, in der sich der demografische Wandel immer massiver auf die Wohnstrukturen auswirkt, ergänzt Gerhard Vetter: „Wir möchten auf gesellschaftliche Veränderungen reagieren und neue nachbarschaftliche Konzepte initiieren.“ Die Zusammenarbeit mit der Genossenschaft soll fortgesetzt werden.

Vorreiter im Kreis

Für Karl-Heinz Schlitt (Bürgernetzwerk Bergstraße) ist das Projekt ein Beweis dafür, dass der vor zwei Jahren auf den Weg gebrachte Netzwerk-Gedanke funktionieren kann. Der Verein sei ein Vorreiter im Kreis, der aus einer Idee ein erstes handfestes Projekt gemacht habe. Der Anspruch für die Zukunft sei es, weitere konkrete Konzepte zu entwickeln, um das Angebot an bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum im Landkreis zu steigern.

Der Kreis Bergstraße begleitet das Projekt mit einer Machbarkeitsstudie. Corinna Schierz aus der Abteilung Raumentwicklung, Landwirtschaft und Denkmalschutz im Landratsamt teilte mit, dass eine wissenschaftliche Studie in Arbeit sei, die sich unter anderem mit den Fragen beschäftigt, welche Anforderungen, Standards und Umsetzungsmöglichkeiten bei solchen Kooperationen zu beachten sind. Auch der Aspekt der Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit werde dabei eine Rolle spielen, so die Abteilungsleiterin in Bensheim. tr

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