Bensheim

Karl-Kübel-Schule Luxor-Filmpalast stellte provisorische Unterrichtsräume zur Verfügung

Powi-Unterricht im Kinosaal

Bensheim.Powi statt Popcorn, schnöde Themensammlung statt böser Tarantino – ihren nächsten Kinobesuch hatten sich die Schüler der Bensheimer Karl-Kübel-Schule (KKS) sicher anders vorgestellt. Aber statt Dolby Surround im gemütlichen Kinosessel zu genießen, mussten die Jugendlichen gestern aufmerksam ihren Lehrern lauschen.

Aufgrund eines Defekts der Brandmeldeanlage in der Außenstelle der Kübel-Schule im ehemaligen Telekomgebäude in der Fehlheimer Straße 86 – wir haben kurz berichtet – mussten die betroffenen Klassen ausweichen, da ansonsten der Unterricht hätte ganz ausfallen müssen.

Lehrer sitzen auf der Bühne

Der Betreiber des Luxor-Kinos am Berliner Ring kam Schulträger und Schulleitung entgegen. Landrat Christian Engelhard habe anfragt, ob es möglich sei, den Unterricht für die betroffenen Klassen ins Kino zu verlegen, teilte Luxor-Geschäftsführer Udo Neudecker auf Anfrage mit. Andere Ausweichquartiere hätten nicht zur Verfügung gestanden. „Die Schüler wird es wahrscheinlich nicht freuen, die Lehrer und die Schulleitung aber sicher umso mehr“, sagte er schmunzelnd.

Der Unterricht fand in den Kinosälen in den ersten zwei Stuhlreihen statt, der Lehrer saß vorne auf der Bühne. Die Kinosäle brauchten für die neue Nutzung nicht vorbereitet werden. „Saal auf, Licht an – das war’s“. Das einzige Utensil, das an Frontalunterricht aus der Schule erinnerte, waren die Flipcharts, mit denen teilweise gearbeitet wurde.

Die Schulleitung der Kübel-Schule war jedenfalls froh, dass eine Möglichkeit in unmittelbarer Nachbarschaft am Berliner Ring gefunden wurde, und dass der Unterricht nun doch stattfinden konnte.

Eine Lehrerin, die im Kinosaal vor ihren Schüler stand, sagte: „Es ist auf jeden Fall außergewöhnlich, hier zu unterrichten – wenn man es überhaupt so nennen kann. Die Schüler fanden es jedenfalls recht witzig“. Die Umstände, warum der Unterricht überhaupt verlegt werden musste, seien aber alles andere als lustig. „Wenn es schon in der ersten Schulwoche zu so etwas kommt, das ist nicht schön“, kommentierte die Pädagogin die Situation.

Der Vorfall hat derweil schon deutschlandweit für Aufsehen gesorgt. Die deutsche Presseagentur (dpa) hatte am Dienstagmittag die Meldung herausgegeben, dass es extra Ferien für 300 Schüler geben sollte. Nachdem bekannt wurde, dass der Unterricht im Kino stattfinden sollte, rückten gestern Vormittag auch Reporter vom SWR und Radio Regenbogen an.

Ab dem heutigen Donnerstag (15.) soll der Unterricht für die betroffenen Klassen wieder regulär im ehemaligen Telekomgebäude stattfinden – so wurde es gestern auf der Homepage der Schule (www.karlkuebelschule.de) mitgeteilt. Laut Auskunft der Kreis-Pressestelle wurden dort die erforderlichen technischen Maßnahmen überprüft. mwo

Zum Thema
Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel