Bensheim

Kirche Renate Flath spricht am Sonntag in Sankt Georg

Predigen für die Gleichberechtigung

Archivartikel

Bensheim.Zum Tag der Apostelin Junia (Sonntag, 17. Mai) organisiert die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) eine Premiere: Erstmals werden zwölf Frauen, die als Geistliche Leiterinnen oder Begleiterinnen in der kfd aktiv sind, an zwölf Orten bundesweit an demselben Tag predigen.

Mit ihrer Teilnahme wollen die Frauen deutlich machen, dass sie unbeirrt ihrer Berufung folgen, und tragen ihre Forderung nach einer geschlechtergerechten Kirche dorthin, wo es an Gleichberechtigung bislang fehlt: in die katholischen Kirchen.

Eine von ihnen ist Renate Flath, seit 2014 geistlich-theologische Begleiterin im kfd-Diözesanverband Mainz. Sie predigt am Sonntag (17.) in der Kirche Sankt Georg: um 9 Uhr in der Eucharistiefeier und um 11 Uhr in der Wortgottesfeier.

„Ich bin dafür, das Predigtverbot für Nichtgeweihte in der Heiligen Messe endlich abzuschaffen. Es schließt faktisch Frauen aus, somit fehlt etwas in der ganz zentralen Aufgabe der Verkündigung: die Sicht von Frauen auf unseren Glauben und das Evangelium.“

Somit fehle die Hälfte des möglichen Glaubenszeugnisses. Dabei sieht sie Frauen in einer langen Tradition stehen: „Die Apostelin Junia hat vor 2000 Jahren von ihrem Glauben an den Auferstandenen Zeugnis gegeben. Ich wünsche mir, dass Frauen das heute in ihrer Nachfolge laut und deutlich vor der Versammlung der Gemeinde tun können.“

Die 59-jährige Flath ist als Pastoralreferentin im Bistum Mainz tätig: in Teilen als Geistliche Begleiterin der kfd sowie als Dekanatsreferentin Bergstraße-Mitte. Sie wohnt in Heppenheim, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

Durch einen Übersetzungsfehler dachte man jahrhundertelang, es handele sich bei Junia um einen Mann namens Junias. Erst die Einheitsübersetzung 2016 stellte diesen Fehler richtig. red

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