Bensheim

Kolpingsfamilie Vortrag des Vorsitzenden Josef Roesch über die Ideen und das Wirken von Adolph Kolping

Priester, Publizist und Sozialreformer

Archivartikel

Bensheim.Josef Roesch, Vorsitzender der Bensheimer Kolpingsfamilie, war es ein besonderes Anliegen, einmal wieder vor den Mitgliedern die Ideen und das Wirken von Adolph Kolping, dem Namensgeber der Kolpingsfamilien und Gründer der Gesellenvereine, in Erinnerung zu rufen.

In seinem Vortrag im gut besuchten Breuer-Saal des Kolpinghauses stellte er dabei das Leben Kolpings immer wieder in den Kontext der damaligen Zeit – historisch, gesellschaftlich und religiös. Roesch zeigte sich erfreut darüber, dass das Thema bei den Mitgliedern solch guten Anklang fand.

Adolph Kolping wurde am 8. Dezember 1813 im rheinischen Kerpen geboren, im Jahr der Völkerschlacht bei Leipzig, die das Ende der Herrschaft Napoleons über Mitteleuropa besiegelt. Er wächst als Sohn eines Schäfers in bescheidenen Verhältnissen auf und erlernt zunächst das Schuhmacherhandwerk.

Durch seine Wandergesellenzeit ist ihm die schwierige Situation der Handwerksgesellen, aufgrund der technischen Entwicklung an den Rand der Gesellschaft gedrängt, bewusst.

Kolping kann schließlich Theologie studieren und wird Priester. In Köln findet er später seine eigentliche Lebensaufgabe. In seinen Gesellenvereinen will er jungen Menschen in schwierigen und ärmlichen Situationen Hilfestellung, Geborgenheit und Gemeinschaft bieten. Aus dem anfänglichen „Rheinischen Gesellenbund“ wird der „Katholische Gesellenverein“.

Kolpings Werk entsteht in einer Zeit des Umbruchs, der Auflösung gewachsener Bindungen und dem Beginn einer langsamen, aber radikalen gesellschaftlichen Veränderung. Sein Streben ist es, in christlichem Geist durch einen humanen Wandel unwürdiger Sozialstrukturen die Lebens- und Arbeitsbedingungen zu verbessern. Als Sozialreformer setzt er insoweit dem Liberalismus und aufkommenden Marxismus – Marx stellt 1849 übrigens in Köln sein Manifest der Kommunistischen Partei vor – ein soziales Christentum entgegen.

In dem von Roesch dezidiert vorgetragenen Lebenslauf fehlten auch nicht Hinweise auf die Begleiter und Unterstützer Kolpings in seinen verschiedenen Lebensphasen. Aber auch Protagonisten des gesellschaftlichen und kirchlichen Lebens in der damaligen Zeit wurden im jeweiligen Zusammenhang erwähnt.

Neben seiner bekannten Tätigkeit als Seelsorger war Kolping auch als Publizist („Kalender für das katholische Volk“, „Rheinische Volksblätter“) tätig und konnte so das Geld erwirtschaften, das er als Gesellenvater benötigte.

Nach längerer Krankheit stirbt Adolph Kolping am 4. Dezember 1865 in Köln und findet seine letzte Ruhestätte in der Minoritenkirche. Am 27. Oktober 1991 spricht Papst Johannes Paul II. Adolph Kolping in Rom selig.

„Das Kolpingwerk in unserer Zeit“ wird Josef Roesch in einer weiteren Veranstaltung am 20. November um 20 Uhr im Kolpinghaus vorstellen. red

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