Bensheim

Musiktheater Rex Deutschland-Debüt von Nathan Carter in Bensheim / Mix aus Country und Irish Folk

Publikumsnah und mit eingängigen Songs

Archivartikel

Bensheim.Er ist gerade 28 Jahre jung und bereits einer der erfolgreichsten Musiker Irlands: Jetzt geht Nathan Carter erstmalig auf Deutschland-Tour. Das erste Konzert fand am Mittwoch in Bensheim statt. Vor moderater, aber ordentlicher Publikumskulisse hat er sich im Musiktheater Rex als versierter Countrymusiker mit eingängigen Songs und einem kurzen Draht zum Publikum empfohlen.

Bekannt geworden ist Carter mit seinem unkomplizierten Mix aus Mainstream-Country und irischen Folkklängen, mit dem er sich international ein großes Publikum erobert hat. Doch es wäre zu kurzsichtig, den Sänger, Pianist und Songschreiber in der volkstümlichen Ecke schmoren zu lassen. Immer wieder hat Carter in den letzten Jahren in anderen musikalischen Genres gewildert, ohne seinen persönlichen Stil zu verlieren. Sein aktuelles Album „The Journey“ ist eine exklusive Kollektion für die Deutschland-Premiere. 16 Songs aus neun Studio- und drei Livealben, mit denen er Germany gewinnen möchte.

Begeisterung in der Güterhalle

Der Gig im Rex mit sechsköpfiger Band schoss über die Platte deutlich hinaus. Neben Stücken wie „Banks Of The Roses“, „Summer in Dublin“ oder der Ballade „Good Morning Beautiful“ hörte das Publikum auch ein Medley von Stücken des im vergangenen Jahr gestorbenen US-Countrysängers Glen Campbell, mit dessen Songs Nathan Carter besonders eng verbunden ist. Darunter die Hits „Rhinestone Cowboy“ und „Southern Nights“. Aber auch Carters neue Single „Give It To Me“ begeisterte die Fans in der Güterhalle, die handgemachte, unkomplizierte Musik zu schätzen wussten. Darunter auch Schmachtfetzen wie „Let Me Tell You That I Love You“, mit denen der smarte junge Typ schon etliche Damenherzen in Gang gebracht hat.

Bereits mit vier Jahren erlernte der gebürtige Liverpooler das Spielen eines Akkordeons, später war er der stimmenführende Chorknabe in der Kathedrale seiner Heimatstadt. Schon in jungen Jahren wurde er mit Goldmedaillen des Irish Fleadh Ceoil’s ausgezeichnet. Mit zwölf spielte er in seiner ersten Band. Obwohl er irische Musik im Blut hatte, zog es ihn zu Country- und Westernmusik der großen amerikanischen Legenden wie Johnny Cash, Waylon Jennings, Don Williams und Dolly Parton.

Mit dem Akkordeon durch die Clubs

Mit seinem Akkordeon zog er durch die irische Clubszene und bewies zudem sein Können am Piano und der Gitarre. Die erste Single „Wagon Wheel“, ein Bob Dylan Song, erreichte auf Anhieb Platz eins in den Single Charts. Sein Debüt bei Decca/Universal erhielt vier Mal Platin.

Im Dialog mit den Zuhörern

In Bensheim hatte er neben eigenen Songs auch Stücke wie „King Of The Road“ von Roger Miller im Angebot. Immer wieder suchte er den Dialog mit den Zuhörern, erzählte Anekdoten aus seiner Biografie und seiner Karriere. Der Großvater habe ihn zur Countrymusik gebracht. Er erinnere sich an desen besonderes Faible zu Dolly Parton: „Er hatte zwei große Gründe dafür“, scherzte Carter im Rex. Auf Country, Bluegrass und Folk hat der Musiker ein üppiges Repertoire aufgebaut, das von einer harmonisch aufspielenden und instrumental sehr dynamischen Band live zunächst recht gut, und dann immer besser interpretiert wurde. Inklusive einiger Ausflüge auf die grüne Insel, deren traditionelle Musik bei Nathan Carter immer wieder durchbricht. Allein das Geigenspiel bei „Hills Of Donegal“ atmete Irland pur.

Besetzt ist die Formation außerdem mit zwei Gitarren, Keyboard, Schlagzeug, Flöte und Bass. Carter spielt Akkordeon und nimmt am E-Piano Platz. Die Band nimmt eine wichtige Rolle ein, ist Fundament und Spielplatz für den Frontmann, der seinen durchweg hervorragenden Musikern gerne auch mal die Bühne überlässt.

Mit „Caledonia“ und „Livin` The Dream“, ebenfalls auf dem aktuellen Album, geht die Show weiter. Nathan Carters Deutschland-Premiere ist gelungen. Noch vor zwei Jahren waren viele hiesige Fans zur großen Show ins Londoner Palladium gepilgert. Diesmal kommt der irische Star für eine erste kleine Clubtour bis Anfang nächster Woche selbst vorbei. Die Konzerte sollen im Herbst fortgesetzt werden.

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