Bensheim

Sportgemeinschaft Zum Heimspiel am 3. August sollen mehr als 2815 Zuschauer kommen – so viele wie noch nie bei einem C-Liga-Spiel / Erlös geht an den Hospiz-Verein

Rekord steht für Gronau an zweiter Stelle

Gronau.Die SG Gronau will es wissen: Am 3. August planen die Fußballer einen Weltrekordversuch: Zum ersten Heimspiel der Saison sollen so viele Zuschauer wie noch nie zu einem C-Liga-Duell kommen. Dafür müssten mehr als 2815 Gäste die Partie verfolgen. Die alte Bestmarke datiert aus dem Herbst 2018. Damals verfolgten knapp 3000 Fans die Begegnung zwischen der TuS Harpen III und SV Teutonia Riemke.

Eine wahnsinnige Kulisse, aber den Gronauer Initiatoren macht das keine Sorgen. „Der Rekord steht für uns nur an zweiter Stelle. Wichtiger ist, dass es für eine gute Sache ist“, betont Abteilungsleiter Norbert Rödel. Der Großteil des Erlöses soll an den Hospiz-Verein Bergstraße gehen.

Rödel kam die Idee, als er Anfang des Jahres im Radio von einer Aktion in Nordhessen hörte. Dort sollte beim Spiel von Kassel gegen Baunatal der Zuschauerrekord für die fünfte Liga geknackt werden. „Das wäre doch auch was für uns“, dachte sich der Funktionär und stellte Nachforschungen zur C-Liga an. Seitdem läuft das Benefizprojekt und erfährt durchweg eine positive Resonanz.

Es passt in die Vereinsphilosophie

„Es passt in unsere Vereinsphilosophie“, meint der Sportliche Leiter Karl-Heinz Schäfer mit Verweis auf das vor wenigen Jahren etablierte Motto der SG „Wo Fußball zu Hause ist“. Man versuche, sich damit auch etwas von der Masse an Vereinen abzuheben, durch besondere Initiativen neue Mitglieder zu gewinnen und die Kameradschaft in den Vordergrund zu stellen. „Das Vorhaben passt in unser Konzept“, findet Schäfer. Letztlich gehe es darum, Rahmenbedingungen zu schaffen, dass die Spieler gerne in Gronau auflaufen. Denn mit finanziellen Anreizen kann und will man nicht locken.

Ein Meilenstein für die aktuelle Entwicklung, die die erste Mannschaft nach fünf Jahren in der D-Liga zurück in die C-Klasse geführt hat, war der Umbau des Hartplatzes in ein Naturrasenfeld. Ursprünglich hatte man 2011 bei der Stadt den Antrag auf einen Kunstrasen gestellt, der jedoch aus Kostengründen abgelehnt wurde. Beim natürlichen Grün sah aus besser aus – auch, weil der Verein mit anpackte und Spenden sammelte.

Mit einer jungen Truppe und guter Infrastruktur will man sich mittelfristig in der B-Liga ansiedeln. Noch ist das aber Zukunftsmusik. Rödel und Schäfer stecken zurzeit viel Energie in die Planung des Spektakels am 3. August. Ein Sponsor unterstützt die Gronauer mit einem vierstelligen Betrag, ein weiterer hat zugesagt, pro Besucher zwei Euro für den guten Zweck zu spenden.

Mit Flyern und Plakaten soll in den Wochen vorher Werbung gemacht werden, um möglichst viele Zuschauer ins Meerbachtal zu holen. Gefeilt wird mittlerweile am Rahmenprogramm. Mit Sebastian Rode habe man Kontakt aufgenommen. Ob der momentan verletzte Kicker von Eintracht Frankfurt persönlich vorbeischauen kann, steht nicht fest. Dafür dürfte es wohl ein Trikot der Frankfurter mit Autogrammen aller Spieler geben, das versteigert werden soll.

In der Halbzeitpause ist ein Fußball-Talk mit ehemaligen Profis angedacht. DJ „4 Finger Joe“ wird für die passende Begleitmusik sorgen, für Essen und Trinken ist stadiontauglich mit Bratwurst, Bier und alkoholfreien Getränken gesorgt. Unterstützung erhalten die Gronauer von Harry Hegenbarth, der mit Rat und Tat zur Seite steht und für das Großereignis einen Moderator besorgt hat. Um 14.30 Uhr soll das Programm beginnen, unter anderem mit einem Auftritt des Zeller Gardeballetts und Guggemusik.

Kreisfußballwart Reiner Held hat der Verlegung der Partie von Sonntag auf Samstag bereits zugestimmt. Anpfiff ist um 17 Uhr. Der Gegner ist noch offen, ein Derby gegen eine Mannschaft aus der Nähe denkbar.

Bis der Ball tatsächlich rollt, haben die Organisatoren noch einiges an Arbeit vor sich. Schließlich soll an jenem Samstag alles halbwegs reibungslos ablaufen. Norbert Rödel weist deshalb bereits jetzt darauf hin, dass eine Anreise mit dem Auto für die Zuschauer keine Option ist – zum einen wegen fehlender Parkplätze, aber auch wegen der anstehenden Sanierung der Märkerwaldstraße.

Mit Shuttles soll es deshalb auf den Sportplatz gehen. Von Dentsply Sirona hat der Abteilungsleiter die Zusage erhalten, dass man am 3. August einen der Firmenparkplätze nutzen kann. Dort starten die acht bis zehn Busse und bringen im Pendelverkehr die Besucher zur Benefizaktion.

„Dann schauen wir mal, wie viele kommen. Unterm Strich sind wir auch mit ein paar hundert Leuten zufrieden. Hauptsache, alles klappt und wir sammeln viele Spenden für den Hospiz-Verein“, so Norbert Rödel.

Gegen einen Sieg seines Teams hätte er sicherlich auch nichts. Dem bisherigen Rekordhalter brachte die Rekordkulisse offenkundig Glück. Harpen ging damals mit einem 5:0-Erfolg vom Platz.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel