Bensheim

Vogel der Nacht Harry Hegenbarth nimmt mehr als 12 100 Euro für den Hospiz-Verein ein / Mit Festival-Verlauf im Stadtpark sehr zufrieden

Rekordergebnis trotz brütender Hitze

Bensheim.Von der Wasserente zum Tropenvogel: Während im vergangenen Jahr das Stadtpark-Festival Vogel der Nacht fast abgesoffen wäre und deshalb in die (dann trockene) Verlängerung ging, durfte sich Veranstalter Harry Hegenbarth nun über sieben schweißtreibende Tage freuen.

Für Helfer, Künstler und Publikum war die Rekordhitze nicht immer einfach, gelohnt hat es sich aber dennoch. 12 121,55 Euro kamen als Spende für den Hospiz-Verein zusammen – ein Rekordergebnis. Zwar konnten 2017 auch knapp über 12 000 Euro gesammelt werden, „aber da waren viele Mitleidsspenden dabei und wir hatten die drei zusätzlichen Tage“, erinnerte Hegenbarth an die besonderen Umstände.

Sprich: Die finanzielle Unterstützung für das Hospiz darf als deutlicher Beleg dafür gewertet werden, dass beim diesjährigen Festival der Besucherandrang so groß wie selten zuvor war. „Wobei wir da nur von abends sprechen können. Mittags und nachmittags war aufgrund des Wetters nicht so viel los“, meinte der Showmaker-Chef.

Abends allerdings gab es kaum noch ein freies Plätzchen im Stadtpark. Wie viele Zuschauer genau die schräge Wiese bevölkerten, lässt sich bei freiem Eintritt schwer beziffern. Mehr als 12 000 Besucher an den sieben Tagen dürften es jedoch – konservativ geschätzt – gewesen sein. Hegenbarth: „Wenn die Wiese voll ist, kann man von 2000 Leuten an einem Abend ausgehen.“ Er rechnet deshalb damit, dass seine Firma in diesem Jahr kein Minus durch den Vogel einfahren wird. Wobei nicht nur mehr Einnahmen verbucht werden konnten, auch die Ausgaben stiegen. „Wir mussten vor allem bei der Sicherheit nachbessern“, betonte Hegenbarth.

Bereits beim Aufbau gab es wie berichtet nachts Stress mit einer Gruppe alkoholisierter und aggressiver junger Leute. Das setzte sich während des Festivals fort. Während das Programm auf der Bühne lief, kam es immer mal wieder zu Störungen in den abseits gelegenen Parkbereichen. Nach „Spielschluss“ versuchten die Randalierer nahezu täglich, auf das tatsächliche Festivalgelände zu kommen, um Ärger zu machen. Mehrmals musste die Polizei gerufen werden. „So schlimm war das noch nie. Diese Dimensionen sind neu. Es war wichtig und richtig, dass wir bei der Security aufgestockt haben“, bemerkte Hegenbarth.

Abgesehen von diesen unangenehmen Randerscheinungen verlief das Festival selbst gewohnt fröhlich und friedlich. Zwischenfälle habe es nicht gegeben, es sei ausgelassen gefeiert und viel getanzt worden. „Ein wunderschöner Vogel, einfach traumhaft. Das Programm und die Künstler kamen sehr gut an“, bilanzierte der „Vogel-Vater“ am Montag. Mittlerweile hat sich die Veranstaltung nicht nur regional etabliert. Viele Gäste reisen von außerhalb an und machen Urlaub in Bensheim. Hinzu kommen viele Einheimische, die seit Jahren Stammbesucher sind, und – was Harry Hegenbarth besonders freute – jeden Tag Bewohner des Hospizes.

Der Vogel verschwindet zwar jetzt wieder für knapp 365 Tage im Käfig, zu den Akten legt das Showmaker-Team das Festival aber nicht. Die Vorbereitung für 2019 läuft fast nahtlos an. „Wir haben bereits einige Ideen, außerdem bekommen wir Anregungen von Gästen, da machen wir uns sicherlich Gedanken“, blickte Harry Hegenbarth voraus. Grundsätzlich werde immer an Feinheiten gearbeitet, so habe man in diesem Jahr das gastronomische Angebot erweitert und einen Fahrradparkplatz unterhalb der Bühne eingerichtet.

Für die nächste Auflage könnte sich vielleicht etwas beim Kulturbecher tun. Nur an einer Sache wird nicht gerüttelt: dem freien Eintritt. Jeder solle die Chance haben, den Vogel zu besuchen. Ein weiterer Punkt auf der Liste ist die Suche nach Sponsoren. Man könne sich nicht darauf verlassen, dass das Wetter derart bombastisch mitspielt – siehe 2017, so Hegenbarth. Jeder Tag Regen verhagelt die Bilanz.

Am Montag stand jedoch zunächst der Abbau im Stadtpark auf dem Programm. Damit hatten die Helfer bereits am Sonntagabend begonnen und Unterstützung von unerwarteter Seite erhalten. Weil nach dem letzten Künstler noch etliche Zuschauer (wie an den Abenden zuvor) die laue Sommernacht zum Verweilen nutzten, das Team aber an die Arbeit gehen wollte, gab es eine spaßige Durchsage: Wer weiter sitzenbleibt, gilt als Abbauhelfer.

„Es haben tatsächlich über 20 Leute mitangepackt, eine supergeile Nummer. Wir waren völlig platt. Dafür wollen wir uns hier und heute auch noch einmal bedanken“, erklärte der Festivalinitiator, der am Samstag (11.) mit „Airpley“ am Bensheimer Badesee eine letzte große Veranstaltung für diesen Sommer vor der Brust hat. Tickets gibt es im Vorverkauf. Von 11 bis 23 Uhr legen namhafte DJs auf.

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel