Bensheim

Ortsverband Besichtigung einer Recycling-Anlage für Bauschutt

Riedwiese: BUND fordert Klarheit

Archivartikel

Bensheim.Zu einer Ortsbesichtigung trifft sich der BUND-Ortsverband Bensheim am Dienstag (7.) um 19 Uhr im Weidenring 21 mit der Firma Gölz Destruction, um Detailinfos über Art und Umfang des Betriebes einer Bauschutt-Recyclinganlage zu bekommen. Dazu laden die Umweltschützer Bürger und Stadtverordnete ein.

Wie bisher bekannt, verarbeitet die Firma Bauschuttmaterial aus der Region in der Größenordnung von 10 000 Tonnen jährlich und deckt damit den regionalen Versorgungsbereich in Bensheim und Umgebung ab, so der BUND.

Der Ortsverband hält eine zentral organisierte Bürger-Informationsveranstaltung für notwendig, um die vielen offenen Fragen und Themen rund um den Bebauungsplan Riedwiese diskutieren zu können. Dazu sollten Rahmendaten, Fakten und Zahlen vorliegen.

Verfahren aussetzen

Wenn es weiter keine Detail-Angaben seitens des potenziellen Betreibers gebe, sollte das Verfahren ausgesetzt werden, bis alles offengelegt sei. Ein stark emittierendes Gewerbe mit möglichen Problemstoffen wie Asbest, PCB, Teer und freigemessenem Abbruchmaterial sei mit erheblichen Problemen belastet. „Niemand würde auf die Idee kommen, eine Schule neben einer Baustoffrecyclinganlage zu bauen. Insofern besteht auch die Verantwortung der Entscheidungsträger, Schule, bestehendes Gewerbe, vorhandene Gastronomie und die Anwohner vor unzumutbaren Belastungen zu schützen“, schreibt der Verein.

Das könne die Verwaltung aber erst erkennen, wenn die Gesamtbelastung des Viertels mit den künftigen mehreren hundert Wohneinheiten und der weiter vorgesehenen Quasi-Industrieanlage vollumfänglich bewertet werde. In anderen Bundesländern sei eine solche Anlage nur in einem Industriegebiet zulässig, eine der nächsten Baustoff-Recyclinganlagen in Speyer liegt mitten in einem Waldstück in Alleinlage an einer Bundesstraße.

Grenzwerte und Auflagen an der Riedwiese müssten kontrolliert und gemessen werden. Das sei wie so vieles völlig ungeklärt. Daher sollte das Verfahren, das aktuell unter Zeitdruck läuft, von der Verwaltung bis zur Klärung offener Sachverhalte, zurückgezogen werden – oder es sollte der bislang ignorierte Beschluss des Ortsbeirates West umgesetzt werden, meint der BUND.

Auch der Faktor des Mülltourismus von Frankfurt nach Bensheim sollte nicht weiter gefördert werden, denn eine solche Anlage sollte ortsgebunden sein – wo das Material anfällt. Eine Baustoffrecyclinganlage an der Riedwiese habe rechtlich keine Privilegierung, die Kommune und ihre Entscheidungsträger hätten daher alle Handlungsmöglichkeiten. Die als Ackerfläche genutzte Riedwiese trage zur Erhaltung der Frischluft-Zufuhr durch die Kalt-Luft-Entstehungsgebiete in den ehemaligen Neckarschlingen bei und verbessere gerade das örtliche Mikroklima. red

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel