Bensheim

Kommunalpolitik Freie Wähler wollen die Flächen als Biotop erhalten / Kritik an Stadt und Koalition

Riedwiese nicht weiter bebauen

Archivartikel

Bensheim.Die letzten größeren grünen Oasen im Stadtgebiet wurden und werden beseitigt, meint die Freie Wählergemeinschaft. Dies geschehe unter tätiger Mithilfe der im Stadtparlament vertretenen Politiker der GLB und der sich „ebenfalls gerne als Naturschützer darstellenden Bürger für Bensheim“.

Die Verdichtung der Stadt mit Wohnbebauung und die Ansiedlung immer neuer Betriebe lasse der Natur keine Chance. Die von der Stadt wesentlich verursachte Verödung des Stadtgebietes solle nun von Bürgern und den privaten Firmen geheilt und kaschiert werden. Die Gartenbesitzer sollen ihre Vorgärten entschottern und dann erblühen lassen, die Unternehmen Blühwiesen auf ihren Betriebsgeländen anlegen (BA vom 17. Mai).

„Wo aber bleiben eigene, konstruktive Beiträge der Stadtverwaltung? Mit einigen nett anzuschauenden Blühstreifen im Stadtgebiet, der Anpflanzung einiger Ahornbäume am Einkaufszentrum und der Begrünung von Dächern schafft man noch keine nachhaltigen Biotope für Pflanzen und Tiere“, schreibt die FWG. Die Stadtverwaltung mache sich beim Naturschutz einen schlanken Fuß und verschottere selbst vor dem Rathaus Grünflächen.

Das neue Gewerbegebiet nördlich der Schwanheimer Straße wird auf der nächsten Stadtverordnetenversammlung beschlossen werden. Es soll kleinen und mittleren Gewerbebetrieben die Möglichkeit zur Ansiedlung geben. Solche Betriebe haben dort in unmittelbarer Nachbarschaft heute schon ihren Standort gefunden.

FWG: Notwendig und sinnvoll?

Die dortige Bruchwiese ist dann Geschichte, das Grün werde Gebäuden, Straßen und Beton weichen. Immerhin, es sollen neue Arbeitsplätze entstehen und Menschen werden dort Arbeit finden. Solch kleine Gewerbe- und Handwerksbetriebe sind auch im neuen Gewerbegebiet „An der Riedwiese“ geplant, wenn es nach dem Willen des Bensheimer Magistrats und der Koalition aus CDU, GLB und BfB geht. Es stelle sich jedoch inzwischen die berechtigte Frage, ob dies an der Riedwiese tatsächlich noch notwendig und sinnvoll ist.

Die Bauschuttrecycling-Anlage ist für immer vom Tisch. Die neuen kleinen und mittleren Betriebe könnten sich nördlich der Schwanheimer Straße im jetzt dort ausgewiesenen Gewerbegebiet ansiedeln. „Warum also müssen an der Riedwiese überhaupt noch zusätzliche Betriebe angesiedelt werden?“, fragten die Freien Wähler.

Wer die Bauarbeiten für die Erweiterung der Firma Dr. Reckeweg verfolgt hat, wisse, wie schwierig und aufwendig das alte Neckarbett solche Arbeiten macht. Das Gelände zwischen Reckeweg und der A 5 wurde vor einem Jahr aus der landwirtschaftlichen Nutzung genommen. Wie nicht anders zu erwarten, holt sich die Natur dieses Stück Land Stück für Stück zurück. In wenigen Jahren schon könne hier wieder ein naturnahes Wiesengelände entstehen, ein Rückzugsort für Pflanzen, Insekten, Vögel und andere Tiere, ein kleines aber zusammenhängendes Biotop.

Das als Gewerbegebiet ausgewiesene Gelände ist im Besitz der MEGB. Dies biete der Bensheimer Stadtverwaltung und der Koalition die Chance, von der Ansiedlung weiterer Betriebe abzusehen und ein gutes Beispiel für Naturschutz zu geben. Die FWG will in der Juni-Sitzung der Stadtverordneten beantragen, keine weitere Vermarktung des Riedwiesengeländes zu betreiben und die noch zur Verfügung stehen-den Flächen brachliegen zu lassen und als Biotop der Natur zu übergeben. red

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