Bensheim

Bürgerinitiative Aktivisten zweifeln jüngste Aussagen der Stadt Bensheim an

Riedwiese: Offener Brief an MEGB-Chef

Archivartikel

Bensheim.Die öffentliche Debatte um das geplante Gewerbegebiet an der Riedwiese geht weiter. Die Bürgerinitiative aus Anwohnern der Weststadt, die sich gegen die etwaige Ansiedlung der Firma Blechschmitt wehren, zweifelt an der Aussage der Stadt, dass es mit dem Unternehmen bislang keinen Vertrag gebe (BA vom 19. Juli). In einem offenen Brief wendet sich die BI jetzt an Helmut Richter, Geschäftsführer der Marketing und Entwicklungsgesellschaft Bensheim (MEGB).

In den Unterlagen zur 1. Offenlegung zur 13. Änderung des Flächennutzungsplans sowie des Bebauungsplans BW 62 „An der Riedwiese Süd“ werde in den Abwägungsvorschlägen der Stadt Bensheim sowie im Gutachten der Firma Schweiger + Scholz Ingenieurpartnerschaft mbH fast ausschließlich auf die dort geplante „Bauschutt-Recycling-Anlage“ eingegangen, heißt es in dem Brief, den die BI auch an diese Zeitung geschickt hat. Vor allem die Punkte Lärmemission, Staubemission und Verkehrsaufkommen beim Betreiben einer Bauschutt-Recycling-Anlage würden darin eingehend behandelt. Hierzu werde mehrfach auf Maßnahmen und Pläne der Firma Blechschmitt verwiesen, die der Stadt Bensheim bekannt seien bzw. vorliegen.

Die Firma Blechschmitt, als Betreiber der zukünftigen Bauschutt-Recycling- Anlage und der Architekt hätten bereits während der 1. Offenlegung Gespräche mit dem Regierungspräsidium Darmstadt (Immissionsschutz) wegen der Errichtung einer Bauschutt-Recycling-Anlage geführt.

Plan bereits vorgestellt

Zur Minderung der durch eine solche Anlage verursachten Lärm- und Staubemissionen habe die Firma Blechschmitt bereits einen Plan vorgestellt, schreibt die BI weiter: Umwallung des Betriebsgeländes mit einem fünf Meter hohen Erdwall (Lärm- und Sichtschutz) sowie Bepflanzung der Außengrenzen mit Bäumen/Büschen (Staub).

Den Lkw-Verkehr wolle die Firma nur über die Straße An der Riedwiese abwickeln. Die Recycling-Anlage soll nicht an Wochenenden, Sonn- und Feiertagen und nicht in der Nacht betrieben werden.

Die BI schlussfolgert daraus: „Folglich müssen konkrete Gespräche mit Vertretern der Stadt Bensheim über den zukünftigen Geschäftsplan stattgefunden haben. Es widerspricht völlig der professionellen geschäftlichen Praxis, dass ein Unternehmen so viel Arbeit und Aufwand in die Planung eines wichtigen Projekts investiert, ohne Absicherung, dieses realisieren zu können und den Zugriff auf das entsprechende Gelände zu bekommen.“

Die BI bittet Helmut Richter deshalb um Antwort auf folgende Fragen:

„Gibt oder gab es einen Vorvertrag der MEGB mit der Firma Blechschmitt über den Kauf eines Teilgeländes?“

„Gibt oder gab es eine Absichtserklärung (Letter of Intent) zwischen der MEGB und Firma Blechschmitt zum Erwerb eines Teilgeländes?“

„Gibt oder gab es sonstige schriftliche oder mündliche Vereinbarungen zwischen der MEGB und der Firma Blechschmitt, die dem Unternehmen den Kauf des Teilgeländes ermöglicht?“ red

Das Wichtigste von heute
Newsticker Bergstraße
Newsticker Rhein-Neckar
Newsticker überregional
Meistgelesene Artikel
Neueste Artikel