Bensheim

Bürgermeisterwahlkampf Amtsinhaber Rolf Richter äußerte sich zum Thema Kinderbetreuung

Rolf Richter: Bensheim ist für Familien attraktiv

Archivartikel

Hochstädten/Auerbach.„Jedes Kind in Bensheim, dessen Eltern einen Betreuungsplatz wünschen, soll in Bensheim seinen Platz finden“, erklärte Bürgermeister Rolf Richter bei einem Informationsgang durch die Stadtteile Hochstädten und Auerbach. Er wolle dafür sorgen, dass Eltern auch künftig ein zumutbares Angebot haben werden. Dazu gehöre, dass Kinderbetreuungseinrichtungen permanent ausgebaut und neue Einrichtungen – wie die sieben-zügige Kita am Berliner Ring – entstehen würden.

Die Info-Wanderung von Rolf Richter führte am Freitag von Hochstädten nach Auerbach. Start war am evangelischen Kindergarten in der Felsbergstraße. Dort kam Richter mit Eltern und Hochstädtern ins Gespräch. Der Kindergarten, in einem Haus der Stadt untergebracht, beheimatet zudem die Stadtteildokumentation und wird von der Kirchengemeinde Auerbach betrieben.

Mit Blick auf die sanierungsbedürftige Bausubstanz und den Umbau zu moderneren Standards für Kitas ist bereits ein erfahrener Architekt mit der Planung beauftragt. Zusammen mit Ortsvorsteher Bernd Rettig ist die Suche nach einem Übergangsstandort für einen Modulkindergarten (Container) im Gange. 2022 soll saniert werden. Bis dahin soll die Stadtteildokumentation ein neues Quartier finden.

Auf dem Weg nach Auerbach zeigte Bürgermeister Rolf Richter, „welch gewaltige Leistung“ die Stadt Bensheim alljährlich vollbringe, um sich das Prädikat „Familienfreundliche Stadt“ in der Realität zu verdienen: Insgesamt sind im Stadtgebiet 38 Betreuungseinrichtungen für Kinder bis zehn Jahre vorhanden.

1820 Plätze insgesamt

Für Kinder bis sechs Jahre gibt es insgesamt 1820 Krippen- und Kindergartenplätze in 14 kirchliche Kindertagesstätten, acht Einrichtungen werden von freien Trägern betrieben und fünf sind in städtischer Trägerschaft. Hinzu kommen aktuell 120 Plätze bei Tagespflegeeltern, so dass insgesamt 1940 Kinder unter sechs Jahren in Bensheim betreut werden können. In der Schulkindbetreuung stehen aktuell 929 Plätze in elf Einrichtungen an Grundschulen und in Kinderhorten zur Verfügung.

Steigende Bevölkerungszahlen deuten darauf hin, dass Bensheim für Familien als attraktiv wahrgenommen wird. Dies zeigt auch die Entwicklung der Kinderzahlen der vergangenen fünf Jahre: Die Zahl der unter Dreijährigen ist von 964 auf 1233 um 269 Kinder gestiegen. Die Zahl der Kinder zwischen drei und sechs Jahren stieg im selben Zeitraum um 126 auf 1516 Kinder. Dies stellt einen Mehrbedarf von 16 Betreuungsgruppen dar.

Dabei wurden seit 2015 fünf neue Einrichtungen mit 380 Plätzen für Kinder zwischen ein und sechs Jahren in Betrieb genommen. Zudem hat die Stadt an der Carl-Orff-Schule in Fehlheim, der Schlossberg- und der Schillerschule in Auerbach die Grundschulbetreuung für den Nachmittag übernommen. „Auch wenn wir als Stadt nicht für die Grundschulbetreuung zuständig sind, müssen wir auch hier einsteigen. Wenn eine Familie bis zum sechsten Lebensjahr der Kinder auf eine verlässlich gute Betreuung vertrauen konnte, können wir nicht zusehen, wenn die Schulkindbetreuung keinen Platz anbietet. Ich mache mich dafür stark, dass Bensheim in jeder Grundschule, die sich dem Pakt für den Nachmittag anschließt, die Betreuung übernimmt, sofern es keinen anderen Träger gibt,“ macht Rolf Richter deutlich.

Hort wird umgebaut

Aktuell, so berichtete Richter dem Auerbacher Ortsvorsteher Robert Schlappner, werden weitere 50 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren kurzfristig in der Kindertagesstätte Jakob-Löhr-Straße ihre Heimat finden. Der Umbau vom Hort in eine Kindertagesstätte wurde durch die Übernahme der Schulkindbetreuung „Wilde 13“ in der Schillerschule und deren Zusammenführung mit dem Hort möglich.

Weiter Kindertagesstätten entstehen: Anfang 2021 wird für 48 Krippenkindern (Träger Familienzentrum) in der Werner-von-Siemens-Straße ein Angebot geschaffen. 2022 wird die im Bau befindliche Kita Berliner Ring mit 136 Plätzen ihren Betrieb aufnehmen. In Fehlheim steht eine Erweiterung an, in der Weststadt wird der Hort der Diakonie nach Eintritt der Josef-Heckler-Schule in den Pakt für den Nachmittag umgewandelt und auf dem Gelände des Awo-Sozialzentrums soll eine zweizügige Kita entstehen. „Wir nehmen unseren Auftrag sehr ernst und planen bereits jetzt weit in die Zukunft“, so Rolf Richter.

Das gebe es nicht zum Nulltarif. Der Zuschussbedarf pro Betreuungsgruppe liegt bei 175 000 Euro. Der Zuschuss an den Eigenbetrieb Kinderbetreuung steigt 2021 von 11,3 auf über 13,4 Millionen Euro. „Jeder Euro ist mir das wert. Wir investieren in Qualität und Quantität, um mit einer positiven Kinderbetreuung gute Rahmenbedingungen für die Zukunft und für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu schaffen. Beides ist mir herausragend wichtig,“ betont Richter. red

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