Bensheim

Bürgermeisterwahlkampf Der Amtsinhaber sieht im Dorfentwicklungsprogramm ein großes Potenzial

Rolf Richter will die Stadtteile zukunftssicher aufstellen

Archivartikel

Bensheim.„Jeder Stadtteil hat seine eigene Identität. Diese gilt es zu bewahren und gleichzeitig die Ortsgemeinschaft zukunftssicher aufzustellen“, erklärte Bürgermeister Rolf Richter bei einem Informationsgang durch die Stadtteile Zell, Gronau, Wilmshausen und Schönberg. Er wolle dafür sorgen, dass durch das Dorfentwicklungsprogramm neue zukunftssichere Impulse gesetzt werden, die das Leben in den Stadtteilen noch attraktiver machen.

Die Info-Wanderung von Rolf Richter führte am Samstag von Zell über Gronau und Wilmshausen nach Schönberg durch die Odenwaldstadtteile. Start war in Zell am DGH auf dem Manlay-Platz. Dort könne man bestens sehen, welche Vorteile die Dorferneuerung hat, war man doch mit dem dortigen Stadtteil im Dorferneuerungsprogramm 2002 bis 2011. Diese positiven Effekte könnten nun alle Stadtteile Bensheims außer Auerbach, das zu groß für das Landesprogramm ist, nutzen.

Die positive Tendenz des Zuzugs gerade junger Familien nach Bensheim und die hierdurch weiter steigenden Immobilienpreise müssten für die Stadtteile als Chance gesehen werden. Gemeinsam mit dem grundsätzlichen Trend, wieder gerne in ländlichere Wohnlagen zu ziehen, sollte es dazu führen, dass die Bevölkerungsentwicklung in den Stadtteilen stabilisiert und sogar gesteigert werden könne. Dabei sei die Ausweisung eines Neubaugebietes nicht überall möglich und auch nicht immer der richtige Weg. Es gelte die Ortskerne zu stärken und dort keinen Lehrstand aufkommen zu lassen, berichtete Rolf Richter von seinen vielen Begehungen in den Stadtteilen.

Dieser Entwicklung wolle man mit dem Dorferneuerungsprogramm und den Zuschussmöglichkeiten auch für private Investitionen entgegentreten. Der momentan herrschende Druck auf dem Wohnungsmarkt und die grundsätzlich etwas niedrigeren Immobilienkaufpreise in den Ortsteilen sei gemeinsam mit der Förderung die Chance, Ortskerne vital zu erhalten.

„Dazu gehört aber auch die Erreichbarkeit mit allen Verkehrsmitteln und dem ÖPNV“, betonte Richter. „Ich stehe für den beständigen Ausbau des bedarfsgerechten ÖPNV (Buslinien und Ruftaxis). Und auch das Fahrrad wird weiter an Bedeutung gewinnen, gerade durch die ständig steigende Zahl an E-Bikes.“ Deshalb habe die Stadt bei dem Radverkehrskonzept des Landkreises Bergstraße auch darauf gedrungen, die Verbindungen zwischen den Stadtteilen und der Stadt zu beachten.

Zusammen mit den bei der Wanderung anwesenden Ortsvorstehern Hans-Peter Ott, Stefan Hebenstreit, Tobias Kindinger und Michael Lortz will Rolf Richter für jeden Stadtteil die richtige Entwicklungsstrategie finden. Die Stadtteile von Bensheim sollten durch das Dorfentwicklungsprogramm zukunftsfähig gestaltet werden und den Bürgern eine Heimat mit regionaler Identität bieten. „Mein Ziel ist es, die Ortsteile von Bensheim als attraktive Lebensräume zu erhalten und weiterzuentwickeln“, erklärte Rolf Richter. „Intakte Dorfmittelpunkte fördern die Gemeinschaft und sind daher für die Bewohner von großer Bedeutung. Die Ortsmitten sind durch kurze Weg erreichbar, von regionaler Baukultur und dadurch auch von geschichtlicher Bedeutung.“

Die Stadtteile müssten möglichst viel von ihrer ortstypischen Struktur, Nutzung und Bebauung bewahren, um die Lebendigkeit zu sichern oder zu erhalten. Dies könne vor allem durch Erhaltung, Sanierung und Ergänzung von ortstypischer Bausubstanz erreicht werden.

Moderne Wohnformen

Moderne Wohnformen und Entwicklungen hätten in vielen Kommunen in den letzten Jahrzehnten zu einer Vernachlässigung der Ortsteile und deren Ortsmitten geführt. Hier setze das Programm Dorfentwicklung an. Die Stärkung der Innenentwicklung ist ein (Haupt-)Ziel des Dorfentwicklungsprogramms. Durch ein aktives Lehrstands- und Immobilienmanagement könnten die Stadtteile die Innenentwicklung voranbringen.

Mit dem Dorfentwicklungsprogramm werde die Chance geboten, die Attraktivität und Wohnqualität zu steigern, beispielsweise durch die Sanierung und Umnutzung von Altbauten. Hierzu zählen neben der Sanierung und Erweiterung von Wohngebäuden auch Scheunen und Hofreiten, die zu Wohnzwecken umgebaut werden, oder die Gestaltung von Freiflächen.

„Zurzeit wird für jeden Stadtteil das Fördergebiet definiert. Nachdem dies erfolgt ist, können Zuschüsse für Einzelmaßnahmen beantragt werden“, beschrieb Rolf Richter den Stand.

„Es können Zuschüsse von bis zu 35 Prozent der förderfähigen Nettokosten von maximal 45 000 Euro bei allgemeinen Maßnahmen bis zu 200 000 Euro beispielsweise für den Umbau von Wirtschaftsgebäuden-Scheunen in Wohnungen beantragt werden.“

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