Bensheim

Haus am Markt Stellungnahme der Verwaltung zum aktuellen Sachstand

„Sanierung keine Option“

Bensheim.Während das Bürgerhaus zurzeit mal wieder die öffentliche und kommunalpolitische Debatte in Bensheim bestimmt, werden von der Verwaltung die Planungen für den Neubau der sanierungsbedürftigen Immobilie Haus am Markt weiter vorangetrieben.

„Die Gespräche mit den potenziellen Mietern laufen aktuell“, teilte das Rathaus am Freitag in einer Pressemitteilung den Sachstand mit. Das Ziel sei nach wie vor die Belebung des Marktplatzes – „und die wird sich nur über die Nutzer des Hauses einstellen“, heißt es weiter.

Eine Sanierung des Gebäudes aus den 70er Jahren sei jedoch keine Option. Ein barrierefreier Umbau, die Behebung aller funktioneller Mängel wie Brandschutz oder Sanitäranlagen und die Gebäudesanierung insgesamt würden heute mindestens 4,5 Millionen Euro kosten. Mehr als 2,1 Millionen würde eine Sanierung kosten, die keine der bestehenden funktionellen Mängel behebt, fasst die Verwaltung erneut die bereits bekannten finanziellen Rahmenbedingungen zusammen.

„Das Bürgerhaus ist das beste Beispiel dafür, wie anfangs von Dritten kolportierte Kosten für eine Sanierung letztlich der Wahrheit entsprechen: Hier wurden ursprünglich 3,5 Millionen behauptet, in der Realität liegt die aktuelle Kostenschätzung heute bei 10,9 Millionen Euro“, verdeutlichen die Verantwortlichen im Rathaus ihren Standpunkt.

Das Haus am Markt in seinem jetzigen Zustand sei nicht vermietbar. Der Zuschnitt mit den verschiedenen Ebenen mache das Haus für mögliche Mieter unattraktiv. Alle möglichen Nutzungen seien trotz intensiver Bemühungen in den zurückliegenden Jahren für das bestehende Gebäude geprüft, wegen seiner eingeschränkten Funktionalität aber nicht gefunden worden.

Der vorliegende Entwurf für den Neubau orientiert sich am Stand von 1884, der am deutlichsten die Grundform des Gebäudes zeigt, dessen Außenmauern im Laufe von 500 Jahren im Grunde mit mehr oder weniger Ausbesserungsarbeiten stehengeblieben sind, denn auch die letzte „Neu“-Fassung von Professor Heinrich Metzendorf konzentrierte sich hauptsächlich auf den Dachstuhl, den Ratssaal und die Dekoration der Außenfassade.

Bei einem Tag der offenen Tür im Herbst 2017 und bei diversen Informationsveranstaltungen wurden alle Pläne und Zahlen offen dargelegt. „Zu den Planungen liegen zahlreiche positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung vor“, heißt es abschließend. ps/dr

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