Bensheim

Marktplatz Bei einem Vorort-Termin am Samstag sollen unterschiedliche Höhen dargestellt werden

„Schorschblick“ mal anders

Archivartikel

Bensheim.Wie stellen sich die Bensheimer ihren Marktplatz in Zukunft vor? Noch ergibt sich kein einheitliches Meinungsbild. Die unterschiedlichen Sichtweisen, von denen die Diskussion geprägt ist, müssen aber nicht in eine Sackgasse führen, meint das Bürgernetzwerk.

Für den Bürgerdialog, den die Stadt mit dem Bürgernetzwerk gestartet hat, bedeute dies: Das Interesse und die Bereitschaft zur Mitwirkung sind groß. Das gelte umgekehrt aber auch für die Erwartung, dass Meinungsäußerungen und Anregungen ernst genommen und in die Entscheidungsfindung einfließen werden.

Wie dies geschehen soll, markiert das vom Bürgernetzwerk zur Diskussion gestellte und in der Folge von der Stadtverordnetenversammlung mitgetragene 150-Tage-Programm, mit dem bis Weihnachten ein Empfehlungspaket für die Gremien geschnürt werden soll. Bis dahin sollen Stimmungsbilder eingefangen, Nutzungs- und Gestaltungsoptionen aufgezeigt und erste Bewertungen vorgenommen werden.

Ein Kriterium dafür steht im Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, der ein „ergebnisoffenes“ Verfahren zum Ziel hat: Egal, was rund um den Marktplatz passiert; es soll zur „Belebung“ des Platzes selbst und der Innenstadt insgesamt beitragen. Final wird dann auch die Frage zu beantworten sein, ob dafür ein Gebäude gebraucht wird und – wenn ja –, wie hoch es sein soll. Oder anders ausgedrückt: Wie viel „Schorschblick“ auf die Stadtkirche Sankt Georg soll auf jeden Fall bleiben?

In einem Punkt herrscht Einigkeit

In einem wichtigen Punkt herrscht Einigkeit: Gewünscht wird eine Betrachtung des gesamten Areals mit den Fachwerkhäusern auf der Nord- und Südseite, der Kirche und dem Bereich rund um die Galerie Böhler als östliche sowie dem ehemaligen Kaufhaus Reiling-Krämer als westliche Begrenzung.

Die Gretchenfrage für den Planungswettbewerb lautet: Was soll auf das abgerissene Haus am Markt folgen? Die Bandbreite von Volkes Stimme reicht von „nichts“ bis zu einem – wie auch immer dimensionierten – Ersatzbau. Der größte gemeinsame Nenner lautet bisher: Es soll ein Platz der Begegnung für alle entstehen, der auch noch nach Geschäftsschluss und das ganze Jahr über Anziehungskraft entfaltet. Wie sich die verschiedenen Vorschläge an Ort und Stelle auswirken, setzt einiges an Vorstellungskraft voraus. Am Samstag (2.) soll von 11 bis 13 Uhr ein besseres Gefühl für die topografischen und städtebaulichen Gegebenheiten auf dem Marktplatz vermittelt werden. Wenn das Wetter keinen Strich mitspielt, markieren dann schwebende Luftballons unterschiedliche Gebäudehöhen. So wird unter anderem erkennbar, wie viel von der Kirchenfassade bei welchem Vorschlag noch zu sehen ist.

Nebenbei besteht die Gelegenheit, mit anderen Interessierten sowie Mitarbeitenden der Stadt und des Bürgernetzwerkes Meinungen und Ideen auszutauschen.

Die Ergebnisse fließen in die fachliche Vorbereitung sowie die Beratungen und Beschlussfassungen der politischen Gremien zu den konkreten Aufgabenstellungen für den Planungswettbewerb ein. Welche Regeln dafür gelten und wie der Zeitplan aussieht, kann auf den Webseiten der Stadt und des Bürgernetzwerks nachgelesen werden: www.bensheim.de, www.buergernetzwerk.de. red

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