Bensheim

Gedenken Am Bendheim-Platz wird mit einer neuen Installation an die letzte Synagoge Bensheims erinnert / Spende von Alexander Gebhardt

Schriftzug für das Mahnmal finanziert

Bensheim.Seit Anfang des 14. Jahrhunderts gab es in Bensheim eine jüdische Gemeinde mit Synagogen an verschiedenen Orten. Am 10. November 1938 endete diese Tradition. Nationalsozialisten zerstörten das Gotteshaus nach der Pogromnacht vom 9. November, in der in ganz Deutschland Synagogen in Flammen aufgingen.

Nachdem man in Bensheim schon lange diesem dunkelsten Kapitel der Stadtgeschichte gedacht hatte und auch an der Alten Faktorei den Stolperstein installiert hatte, wurde am 2. Mai 2000 das Pogrom-Mahnmal am Platz der ehemaligen Synagoge feierlich eingeweiht.

Ein Datum, das vor 20 Jahren ganz bewusst gewählt wurde, denn am 2. Mai wird in Israel der Nationalfeiertag „Jom haScho’a“ begangen. Das Wort „Jom haScho’a“ kommt aus dem Hebräischen und bedeutet übersetzt „Zerstörung“ oder „Katastrophe“. Es ist der Tag zum Gedenken an den Holocaust, der Ermordung von sechs Millionen Juden durch die Nationalsozialisten. Im Jahre 2008 wurde der Platz, an dem Bensheim alljährlich der Opfer des Nationalsozialismus gedenkt, in „Bendheim-Platz“ umbenannt. Damit ehrte die Stadt Heinrich Bendheim II., der von 1889 bis 1897 Vorsitzender der israelitischen Religionsgemeinde in Bensheim war.

Das Mahnmal der Architektengemeinschaft Wandel-Hoefer-Lorsch und Hirsch verzichtet auf textliche Erläuterungen und setzt ganz auf visuelle Gegenüberstellung der unzerstörten und der zerstörten Synagoge. Der Bensheimer Alexander Gebhardt, der sich sehr für Geschichte interessiert und dem es wichtig ist, dass auch die Jugend sich dem Thema stellt, überlegte, wie man den Platz noch besser erfahrbar machen könnte. Seine Idee, einen Schriftzug – „Gegen das Vergessen – Letzte Synagoge Bensheims 1892-1938“ – an der großen angrenzenden Mauer anzubringen, wurde positiv sowohl von der Geschichtswerkstatt Jakob Kindinger als auch vom Magistrat der Stadt Bensheim aufgenommen.

Nachdem alle Instanzen ihr Einverständnis gegeben hatten, musste nur noch das Bistum Mainz als Eigentümer des Geländes seine Zustimmung geben. Auch hier gab es grünes Licht für die Aktion.

„Mit einem Laser haben wir in unserer Firma die Buchstaben aus Plexiglas herausgeschnitten und anschließend lackiert“, erzählt Alexander Gebhardt, Geschäftsführer der Firma Studio Roth. Die Gesamtkosten in Höhe von fast 2500 Euro hat die Firma selbst übernommen.

„Für mich war es eine Ehre dies anbringen zu dürfen“, sagt Alexander Gebhardt, der betont, wie wichtig ihm das Thema Holocaust ist, und dass es nicht um Schuld geht, die man als Nachgeborener empfinden muss, sondern um Verantwortung um die Geschichte. tn

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