Bensheim

Hospiz-Verein Gesprächsabend über Versorgungsstrukturen, Vorsorgeplanungen und Würde bis zuletzt

Selbstbestimmung bis zum Ende

Archivartikel

Bensheim.Einen überraschenden Verlauf nahm ein Informations- und Gesprächsabend, den das Hospiz Bergstraße und der Hospiz-Verein gemeinsam mit der Volksbank Darmstadt-Südhessen im Parktheater in Bensheim organisiert hatten.

Zu dieser Veranstaltung eingeladene Kunden der Volksbank waren gekommen, um sich über Versorgungsstrukturen und Möglichkeiten der Vorsorge am Lebensende zu informieren. Regionalmarktleiter Arne Tinat eröffnete die Veranstaltung im Foyer des Parktheaters mit sehr persönlichen Gedanken zur Endlichkeit des Lebens. Und so nah am Leben ging es weiter: Die Zuhörenden erwartete nicht etwa ein Vortrag, womöglich mit Präsentationsfolien, sondern eine Performance mehrerer Hospizmitarbeiter.

In die Rolle fiktiver Patienten

Doris Kellermann, Leiterin der ambulanten Sterbebegleitung, Martin Dommes, ehrenamtlicher Hospizbegleiter und Angela Schäfer-Esinger, Koordinatorin und Beraterin im Hospiz-Verein, schlüpften in die Rollen fiktiver Patienten und schilderten dabei eindringlich die komplexe Lebenssituation schwererkrankter Menschen und ihrer Familien und die damit verbundenen Sorgen und Nöte.

Die Betroffenheit im Auditorium war deutlich zu spüren. Schnell begriffen die Teilnehmer, wie herausfordernd und prekär die Situation schwerkranker Menschen sein kann. Umso größer die Erleichterung, als Swantje Goebel, Leiterin der Hospiz-Akademie Bergstraße, zusammen mit Margarete Keilmann, Pflegedienstleitung im Hospiz, die Bühne betraten, um zusammen mit den Kollegen in einem moderierten Gespräch aufzuzeigen, was am Lebensende wichtig und hilfreich sein kann und welche Lösungsansätze Hospizarbeit anzubieten hat.

Die pflegerische und medizinische Versorgung wurde ebenso besprochen wie psychosoziale und spirituelle Aspekte. Wann ist eine Aufnahme im stationären Hospiz nötig und möglich? Wie kann ein Sterben zu Hause im Kreis der Familie ermöglicht werden? Und wie können Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht den Angehörigen schwierige Entscheidungen abnehmen oder erleichtern? Um solche Fragen kreiste das Gespräch, in das auch das Publikum seine Anliegen einbrachte.

Zusammenfassend betonte Goebel am Ende, dass jeder einzelne der besprochenen Aspekte die Frage nach Würde beinhaltet. Würde am Lebensende ist für uns heute eng verknüpft mit Selbstbestimmung. Wir tun also gut daran, das eigene Lebensende beizeiten zu bedenken.

So bedankten sich Ilka Schmidt und Stefan Gerhardt von der Volksbank Darmstadt-Südhessen am Ende des bewegenden Abends mit großen Blumensträußen und einem Buchpräsent bei den Referenten. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Hospiz-Verein zugute.

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