Bensheim

Auszeichnung Engagierter Radsportler der SSG

Sonderpreis für Henning Jaecks

Bensheim.Mit jedem Hinweis von der Bühne wurde das Lächeln von Henning Jaecks breiter, seine Augen und sein Erstaunen größer. BA-Chefredakteur und Geschäftsführer Michael Roth führte das Varieté Pegasus in seiner Laudatio behutsam auf die Spuren des Trägers des Ehrenpreises des Sportdezernenten der Stadt Bensheim. Herkunft (Norddeutschland), Studium (Ingenieur), Sportart (Radrennen), Verein (SSG Bensheim), Handy-Nummer (01 usw.).

Geheime Kommandosache

Henning Jaecks wurde für sein ehrenamtliches Engagement und seine Verdienste im Radsport ausgezeichnet. Die wertvolle Uhr mit der von Juwelier Fritz Dorsheimer gravierten Widmung nahm der 42-Jährige mit einem Strahlen im Gesicht aus den Händen von Bürgermeister und Sportdezernent Rolf Richter entgegen. Mit Jaecks an der Spitze des Orga-Team war es der Radsportabteilung der SSG Bensheim in den vergangenen Jahren zunehmend gelungen, hochkarätige Veranstaltungen nach Bensheim zu holen. Anfang 2018 fuhr die deutsche Radcross-Elite rund um den Sportpark West querfeldein um Meisterehren.

Wie immer war der seit mehr als 15 Jahren verliehene Ehrenpreis eine Art geheime Kommandosache; die Auszeichnung im Rahmen der städtischen Sportlerehrung soll schließlich eine Überraschung sein. Um den Preisträger mit einer plausiblen Erklärung ins Pegasus zu lotsen, braucht es eine ausgefeilte Strategie, die nur mit Unterstützung von Familie und Verein umgesetzt werden kann. Das Ganze geheim zu halten, sei das Schwierigste an der gesamten Aktion gewesen, sagte Michael Roth und bedankte sich vor allem bei Eva Jaecks, die ihren Ehemann zur Ehrung begleitete, für ihr Schweigen im Vorfeld.

Die „Legende“, die für Henning Jaecks „gestrickt“ wurde, erschien ihm selbst „vollkommen logisch“, wie er im Gespräch mit dieser Zeitung berichtete. Stets eingebettet in die städtische Sportlerehrung ist die Bekanntgabe der Bensheimer „Sportler des Jahres“, bei dieser Wahl landete Heike Dieteren auf dem zweiten Platz. Da die SSG-Triathletin zurzeit ein Trainingslager im Ausland absolviert, war klar, dass sie an der Feierstunde nicht würde teilnehmen können. Zum SSG-Vertreter für Heike Dieteren wurde Jaecks von der Abteilungsleitung scheinbar zufällig, aber mit einem „gewissen Nachdruck“ (Jaecks) auserkoren. „Ich habe mir dabei nichts weiter gedacht.“

Fragt man Henning Jaecks nach seinem Antrieb für sein ehrenamtliches Engagement, landet man bei einer Sportlerehrung in seiner norddeutschen Heimat Lohne vor mehr als 20 Jahren. Damals sei ein verdienter Funktionär mit einem Ehrenpreis bedacht worden und habe seine Motivation mit einem einfachen Satz erklärt: Einer muss es ja machen. „Das hat mich irgendwie beeindruckt.“ Seiher zählt Jaecks zu der Fraktion, die „macht“, wurde Jugendtrainer, schrieb Trainingspläne und anderes mehr.

2005 kam er beruflich bedingt, Jaecks arbeitet als Produktmanager bei einem großen Bensheimer Medizintechnik-Hersteller, an die Bergstraße. Bei der SSG Bensheim fand der ehemalige Radprofi („Ich hatte Talent, für die Tour de France hätte es wahrscheinlich nicht gereicht.“) eine neue sportliche Heimat und traf auf eine Sparte mit einer gewissen Routine bei der Organisation von Radrennen. Inzwischen hat die Abteilung mehrere nationale und internationale Wettbewerbe, Straßen- und Cross-Rennen, auf die Beine, gestellt. „Wir haben bei der SSG ein tolles Team.“ Zudem funktioniere die Zusammenarbeit mit der Stadt, ohne deren Unterstützung solche Events nicht durchgeführt werden könnten.

Nächste Projekte

Die nächsten SSG-Projekte stehen vor der Tür: Ein U23-Bundesliga-Straßenrennen in Einhausen sowie die Fertigstellung des Bikeparks sind für 2019 terminiert. Bei der Planung greift Jaecks auf seine Erfahrung als Rad-Profi zurück. Die Strecken sind so konzipiert, dass er selbst gerne darauf fährt. „Es muss richtig Spaß machen.“

Entwürfe für weitere Radsportereignisse haben der SSG-Rennsportwart und Abteilungsleiter Luc Dieteren im Kopf. „Luc und ich denken grundsätzlich groß, manchmal müssen wir ein bisschen gebremst werden.“ Henning Jaecks hält es für machbar, einen Cross-Weltcup oder die Cross-WM in Bensheim an den Start zu bringen: „Alles eine Frage der finanziellen Ressourcen.“ eh

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