Bensheim

Kur- und Verkehrsverein Erster Themenrundgang führte ins Kurviertel

Spaziergang durch die Ortsgeschichte

Archivartikel

Auerbach.Der Kur- und Verkehrsverein macht sein Versprechen wahr und geht neue Wege. Ziel ist es, sich zu verjüngen, Eigenwerbung in eigener Sache zu betreiben, die Präsenz in der Öffentlichkeit zu verstärken, langjährige Verdienste um die Verschönerung von Auerbach in den Mittelpunkt zu rücken und sich noch attraktiver für die Zukunft aufzustellen.

Auerbach heute und morgen

Eines von mehreren Projekten, die in verschiedenen Arbeitsgruppen so besprochen und beschlossen wurden, ist die Durchführung von Themenrundgängen unter dem Motto „Auerbach heute und morgen“. Unterschiedliche Viertel im größten Stadtteil von Bensheim sollen Anlaufstelle sein.

Die Premiere mit einem Rundgang durch das so genannte „Kurviertel“ war mehr als gelungen. Dreiunddreißig Teilnehmer, darunter viele Neubürger und die Stadträte Adil Oyan, Norbert Bauer und Andreas Born, folgten Vorstandsmitglied Ralph Stühling bei dem eineinhalbstündigen Spaziergang. Start und Ziel war an der Blickensdörfer Anlage – benannt nach dem letzten demokratischen Bürgermeister von Auerbach 1921 bis 1933.

Stühling wies darauf hin, dass die obere Anlage vom langjährigen Vereinsvorsitzenden Karl- Wilfried Hamel zusammen mit zahlreichen Unterstützern 2003 geschaffen und eingeweiht wurde. Der untere Teil aus den fünfziger Jahren indes mit dem ehemaligen Wasserbecken und Springbrunnen ist in einem ziemlich schlechten Zustand.

Dass aus der Gruppe viele Fragen und Anregungen kamen, war durchaus erwünscht. Ralph Stühling wies anfangs darauf hin, dass das Kurviertel kein geschlossenes Bauobjekt, sondern ein historisch gewachsener Bereich ist, in dem sich früher etliche Sanatorien angesiedelt hatten.

Weiter ging der Rundgang über die Talstraße, die Friedrich-Ebert- zur Wilhelm-Leuschner-Straße. Nächster Halt war der Otto-Sanner-Platz, das teuerste Großprojekt des Kur- und Verkehrsvereins. Etwa sechzig Prozent der Kosten wurden vom Verein getragen.

Fragen der Tourteilnehmer zum Namensgeber beantwortete Stühling und erinnerte an den Sohn des Firmengründers Friedrich, dem heutigen größten Arbeitgeber in Auerbach. Sieben Jahre hat die Fertigstellung des ehemaligen Hindenburgplatzes gedauert.

Initiator der Neugestaltung des Sanner-Platzes war Heiner Jährling, ein Freund des Unternehmers, der zu diesem Zweck anlässlich seines 75. Geburtstages eine Spende von 13 000 Euro und fünf Jahre später eine weitere Summe bereitstellte und die Platzgestaltung mit Holztempel, Pergola und Granittreppe vorantrieb. Einweihung war 1996.

Nach dem Sanner-Platz ging die Gruppe über die Mierendorff-Straße, benannt nach einem sozialdemokratischen Widerstandskämpfer, zum Ehrenmal.

Es erinnert an die Toten der beiden Weltkriege. Rundherum standen zu früheren Zeiten etliche Kurkliniken. Vereinsmitglied Fritz Krauß hatte vor einiger Zeit am Ehrenmal einen Stein mit dem Kopf eines Toten und einer linken Hand von Unkraut freigeschnitten und somit öffentlich gemacht. Was der Stein bedeutet und aus welchem Jahr er stammt, ist nicht bekannt. gs

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