Bensheim

Innenstadt Fraktion strebt Änderung des Bebauungsplanentwurfs an / Fusion für die Sozialdemokraten zurzeit kein Thema

SPD will den Platz vor der Sparkasse erhalten

Archivartikel

Bensheim.Vom Bahnhof kommenden Besuchern der Bensheimer Innenstadt bietet sich zurzeit nach der Unterführung ein großzügiger Anblick. Dieser soll nach Ansicht der Bensheimer SPD-Stadtverordneten erhalten bleiben.

Den Entwurf eines Bebauungsplanes für einen Sparkassenneubau, der vom Magistrat den Gremien vorgelegt wurde, muss nach Überzeugung der Kommunalpolitiker überarbeitet werden. Die Sparkasse plant einen Neubau auf ihrem eigenen Gelände, auf dem derzeit das nicht mehr nutzbare heutige Gebäude der Bank steht.

Der Bebauungsplanentwurf der Stadt sieht vor, dass die Gebäudekante entlang der Bahnhofstraße über die Einmündung der Neckarstraße hinaus weiter in Richtung Bahnhof fortgesetzt wird. Der heutige großzügige Platz würde dann in seinem östlichen Teil deutlich eingeschränkt werden. Das halten die Sozialdemokraten städtebaulich für nicht vertretbar.

Die SPD-Stadtverordneten wollen daher im Bauausschuss der Stadtverordnetenversammlung einen entsprechenden Antrag einbringen und auf eine Änderung des Entwurfs drängen. „Die Offenheit des Platzes soll erhalten bleiben. Eine Straßenschlucht wollen wir nicht“, meint dazu die Fraktionsvorsitzende Eva Middleton. Wenn ihre Verbesserungsvorschläge eine Mehrheit finden, werde die SPD dem Bebauungsplanentwurf zustimmen.

Für unbedingt erforderlich hält es die SPD, dass die Hauptstelle der Sparkasse mitsamt der Verwaltung in der Innenstadt angesiedelt bleibt. Allen Überlegungen, Teile nach außerhalb zu verlegen, wie es vor einiger Zeit angedacht war, erteilen sie eine klare Absage. Für die Innenstadtentwicklung sei es wesentlich, dass sowohl die Kunden wie auch die Mitarbeiter der Sparkasse das Institut hier zentral gelegen vorfinden. „Das ist ein wichtiger Faktor bei der angestrebten Belebung der Bensheimer City“, sagte Bauausschussmitglied Heiko Moritz.

Wohnbebauung wird begrüßt

Begrüßt wird von den Sozialdemokraten, dass südlich an die künftige Hauptstelle angrenzend eine innerstädtische Wohnbebauung vorgesehen ist. Man bedauerte zunächst, dass diese nicht gleich mit dem aufzustellenden Bebauungsplan geregelt werden konnte. Man habe aber Verständnis, dass die Sparkasse schnellstmöglich ein Baurecht für ihre Hauptstelle anstrebe. Dass die Wohnbebauung allerdings nur über einen weiteren Bebauungsplan geregelt werden kann, steht für die SPD außer Frage. „In Anbetracht des Wohnungsbedarfes wollen wir das nicht auf die lange Bank schieben“, meint die SPD-Vorsitzende Christiane Lux. Stadtverordneter Werner Bauer wies darauf hin, dass man eine zukunftsorientierte Lösung für die Sparkasse ermöglichen will, dass damit aber nicht die „überteuerten Baupläne“, die der seitherige Vorstand und die zuständigen Sparkassengremien zu vertreten haben, gutgeheißen würden. Die Sparkasse solle die Sache bescheidener angehen.

Allen Diskussionen, die Sparkasse in ihrer Eigenständigkeit aufzugeben und mit einem anderen Kreditinstitut zu fusionieren, erteilen die Sozialdemokraten zum jetzigen Zeitpunkt eine Absage. Dies müsse nicht für alle Zeit gelten, eine übereilte Strukturänderung sei aber schädlich. Es gäbe derzeit keine Veranlassung für diese Gedankenspiele. Die SPD-Politiker wollen auch künftig eine bürgernahe und dezentrale Sparkassenversorgung erhalten. red

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